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[Review] Daniel Gräber - Nuclear Phase-Out Files - The Motivation
Das Buch "Akte Atomausstieg – Das Ende der Kernkraft und das Scheitern der Energiewende" aus 2025 ist vom Journalist und Autor Daniel Gräber.
Gräber ist Journalist mit einem Fokus auf Enthüllungen und hat bereits 2017 bis 2019 für mit Veröffentlichungen zu Korruption bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Frankfurt am Main für Aufsehen gesorgt.
Siehe auch:
[Innenpolitik] #Arbeiterwohlfahrt #AWO - Wie in Frankfurt ein Wohlfahrtsverband geplündert wurde
In 2024 hat Gräber erneut mit Enthüllungen für Aufsehen gesorgt, als interne Akten aus dem Bundeswirtschaftsministerium unter Robert Habeck (Grüne) freigeklagt wurden.
Das Buch "Akte Atomausstieg" ist damit die Fortsetzung und Erweiterung seiner bisherigen Berichterstattung.
In 2025 ist Gräber dann vom Magazin Cicero zu Apollo News gewechselt.
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Neben den Enthüllungen aus den freigeklagten Akten beschäftigt sich Gräber im Buch auch mit der Motivation für den Atomausstieg. Beschreibt Gräber eine Dynamik nach der Partei die Grünen in Deutschland stetig Verantwortung gesucht hat um den Atomausstieg voranzutreiben. Dabei begründet sich der Atomausstieg mehr auf ideologischer Motivation als auf nüchterner Abwägung. Und Gräber attestiert der Partei die Grünen dabei die Position anderer Parteien zum eigenen verändert zu haben.
Sanfte Energie
Als Grundstein für den Willen zur Energiewende nennt Gräber das Buch "Sanfte Energie - Das Programm für die energie- und industriepolitische Umrüstung unserer Gesellschaft" von Amory Lovins aus 1978. Das Buch "Sanfte Energie" habe nirgends so sehr dass Thema Energieversorgung ideologisch und politisch aufgeladen wie in Deutschland. [1, p.22-27]
Nach Lovins sei in gute und schlechte Energie zu unterscheiden. Bedrohliche sowie unbeherschbare wie Atomkraft und sanfte sowie naturnahe Energiequellen wie Wind und Sonne. Wobei diese normative Bewertung vom CO2 Ausstoß und der Größe der jeweiligen Kraftwerke Abhänge. Folglich werde dezentrale Energieversorgung auch unkritisch romantisiert. Eine Verwendung von CO2 armer Energieversorgung als Brückentechnologie hin zu CO2 freier Energieversorgung wird jedoch befürwortet. [1, p.22-27]
Jenseits von technologischen Änderungen würde mit dem Buch "Sanfte Energie" auch eine Änderung im Verhalten befürwortet. Man müsse sich in Verzicht üben und auf Wachstum sowie Kapitalismus verzichten. Und Energie soll für Produktion und Konsum verbraucht werden, wenn diese zur Verfügung steht und nicht umgekehrt. [1, p.22-27]
Der lange Marsch zum Energiewende-Staat
Gräber beginnt seine Herleitung mit dem Politiker Ralf Fücks (Grünen) und Role bei Protesten bei Reaktoratsbesetzung in den 1970ern.
Aber nach Gräber sei für die Grünen der Atomausstieg schon früh nur ein Vorwand für den Kampf gegen den Kapitalismus.
Des Weiteren erwähnt Gräber die Politiker Jürgen Trittin (Die Grünen) und Joschka Fischer (Die Grünen).
Diese Parteimitglieder waren federführend für die Besetzung von Bauplätzen für den Bau von Atomkraftwerken um diesn zu verzögeren oder sogar zu verhindern.
Außerdem haben sich Parteimitglieder von Bündnis 90/Die Grünen auch mit gleichgesinnten Landwirten verbündet, die wegen Atomkraftwerken um ihr Land besorgt waren.
Die Partei habe damit das erste Mal über das eigene Milieu hinaus Zustimmung erhalten.
Entsprechend wichtig ist der Kampf gegen die Atomkraft innerhalb der Partei.
Nach Wahlerfolgen und Regierungsbeteiligungen wurde dann dazu übergegangen mit strenger Auslegung und Erhöhung von Sicherheitsstandards Atomkraft zu bekämpfen.
Dies sei jedoch nicht erfolgreich genug, da Atomkraft so rentabel sei und Betreiber sich folglich viele Nachrüstungen leisten konnten.
[1, p.7-10
, p.13-20]
Der Kampf gegen die Atomkraft war konstituierend für die Partei,
Jürgen Trittin (Die Grünen) [1, p.13]
Nach Angaben von Gräber habe es die Partei geschafft dass der Ausstieg aus der Atomenergie in Deutschland alternativlos geworden ist.
Statt Atomenergie ergebnisoffen zu debattieren würde es lediglich um die Frage gehen wie schnell Deutschland aus der Atomenergie aussteigen sollte.
In 2000 wurde in der Regierung mit der SPD der Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen.
Und in 2010 hat die damalige Regierung aus CDU/CSU und FDP lediglich die Laufzeitverlängerung deutscher Kernkraftwerke beschlossen.
Nachdem der Katastrophe vom japanischen Kernkraftwerk Fukushima Daiichi in 2011 wurden unmittelbar einige ältere Kernkraftwerke stillgelegt.
[1, p.52-57
, p.57-61]
Gräber erklärt wie im Buch "Wer mit wem in Atomstaat und Großindustrie" von 1987 politische Parteien als "Machterwerbsgruppen" beschrieben werden.
Und diese "Machterwerbsgruppen" speisen ihre Macht dadurch dass sie bestimmte Wirtschaftsinteressen in die staatliche Administration einbeziehen.
In 2012 gründeten der US Milliardär Hal Harvey und der Chef der Stiftung Mercator die von Erben des Metro-Handelskonzern gegründet wurde die Denkfabrik Agora Energiewende.
Rainer Baake (Die Grünen) war unter Bundesumweltminister Trittin (Die Grünen) Staatssekretär und wurde 2012 Gründungsdirektor von Agora Energiewende.
Nachdem Baake (Die Grünen) unter Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) Staatssekretär wurde, wurde Patrick Graichen in 2014 neuer Direktor von Agora Energiewende.
Und Graichen (Die Grünen) wurde 2021 dann Staatssekretär unter Bundeswirtschaftsminister unter Robert Habeck (Die Grünen) bis dieser 2023 im Zuge der Trauzeugenaffäre sein Amt verlor.
Nach Gräber ist so die Grenze zwischen Energiewende-Bürokraten und Energiewende-Lobbyisten verschwommen.
Folglich hat es die Partei Bündnis 90/Die Grünen geschafft das zu werden was sie früher bekämpft hat.
Bündnis 90/Die Grünen hat es als "Machterwerbsgruppe" geschafft den Ausstieg aus der Atomenergie und die Beförderung der Energiewende alternativlos zu machen.
[1, p.52-57
, p.66-70]
Vorschau:
Src:
[1] Daniel Gräber - Akte Atomausstieg - Das Ende der Kernkraft und das Scheitern der Energiewende ISBN 978-3-451-07341-0
[2] Habecks Geheimakten: Wie die Grünen beim Atomausstieg getäuscht haben 2024-12-21
https://www.cicero.de/innenpolitik/meistgelesene-artikel-2024-april-habecks-geheimakten-wie-die-grunen-beim-atomausstieg-getauscht-haben
[3] Cicero: Daniel Gräber
https://www.cicero.de/autoren/daniel-gr%C3%A4ber
[4] Apollo News: Daniel Gräber
https://apollo-news.net/author/daniel-graeber/
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