[Foreign Policy] New Security Strategy of the USA - Pivot to Asia
Im November 2025 haben die USA ihre neue nationale Sicherheitsstrategie veröffentlicht. Diese Strategie verdient besondere Aufmerksamkeit. Es wird weder mit der bisherigen Außen- und Innenpolitik noch mit der bisherigen Wirtschafts- und Finanzpolitik gebrochen. Allerdings ist die Lage mittlerweile eine andere da sich der Wettbewerb zwischen den USA und China auf diversen Ebenen zuspitzt. Die neue nationale Sicherheitsstrategie der USA spiegelt dies mit einer deutlich offeneren und unverblümten Sprache wieder.
Gemessen an den vielen Dekreten zu Beginn der zweite Trump (R) Regierung trat diese deutlich besser vorbereitet an als die erste Trump (R) Regierung. Dazu kommt dass die zweite Trump (R) Regierung bereits nach einem Jahr aggressiver Handelt als die erste Trump (R) Regierung. Damit verliert die zweite Trump (R) Regierung auch endgültig die Unschuld ihrer ersten Amtszeit. Und die USA machen ihren Macht- und Dominanzanspruch unmissverständlich klar.
Ziele
Das Strategiepapier legt mehrere Ziele klar die erreicht werden sollen:
- Dominanz
- Dominanz bei Energieproduktion und -export
- Einfluss nach außen & kein Einfluss nach innen
- Bekämpfung von Drogenschmuggel & irregulärer Migration
We will work with allies and partners to maintain global and regional balances of power to prevent the emergence of dominant adversaries. [1, p.10]
Mit dem Ende des zweiten Weltkriegs und der Zerstörungen in Europa und Asien wurden die USA zur größten und stärksten Militärmacht auf der Welt. Und mit dem Ende vom Warschauer Pakt verblieb die NATO als einzige Militärallianz über mehrere Kontinente und als einzige seiner Größenordnung. Die USA bekräftigen den Anspruch auch künftig die größte und stärkste Militärmacht auf der Welt zu sein. Die Fortführung von Politik durch militärische Einsätze bleibt also erhalten. [1, p.3-5]
We want to recruit, train, equip, and field the world’s most powerful, lethal, and technologically advanced military to protect our interests, deter wars, and—if necessary—win them quickly and decisively, with the lowest possible casualties to our forces. [1, p.3]
Wohlwissend wie wichtig Energieträger und der Preis dafür sind, beanspruchen die USA eine Vormachtsstellung im Energiesektor. Die USA sind kein Mitglied der OPEC (Organization of the Petroleum Exporting Countries/Organisation erdölexportierender Länder) und klassisch ein Importeur von Energieträgern. Dies hat sich jedoch gewandelt und seit 2017 sind die USA ein Netto-Exporteur von Erdgas und seit 2020 ein Netto-Exporteur von Erdöl. Neben der Kontrolle von fremden Energieexporten wird also der Netto-Export von Energieträgern ein Fokus der USA sein. [1, p.3-5]
We want the world’s most robust, productive, and innovative energy sector - one capable not just of fueling American economic growth but of being one of America’s leading export industries in its own right. [1, p.4]
...
We want to prevent an adversarial power from dominating the Middle East, its oil and gas supplies, and the chokepoints through which they pass ... [1, p.5]
Die USA haben als größte und stärkste Militärmacht auf der Welt und Mitglied der NATO unvergleichbaren Einfluss auf andere Länder.
Dazu unterhalten die USA ein umfangreiches Netzwerk an transatlantische Lobbies (Council on Foreign Relations, Atlantik-Brücke, German Marshall Fund of the United States, Aspen Institute, American Council on Germany, etc.).
Diesen Einfluss wollen die USA aufrechterhalten und verhindern dass sich dieser Einfluss verringert.
Wie bereits beschrieben geht aus dem Strategieppier keine grundsätzliche Änderung der bisherigen Politik hervor, sondern nur eine Verschärfung.
Es ist folglich davon auszugehen dass die USA kein Austritt aus ihrem Einfluss-Netzwerk und dessen Organisationen dulden werden.
Gleichzeitig ist davon auszugehen dass das Einfluss-Netzwerk der USA die Erfüllung der Forderungen der USA garantiert, egal was die USA von ihren Vasallen fordern.
Unweigerlich stellt sich dann aber die Frage wie die Auflösung von USAID (United States Agency for International Development) in dieses Konzept passt.
Analog zur USAID gibt es die NED (National Endowment for Democracy) welche vergleichbar ist.
USAID war eine der demokratischen Partei nahe Institution während die NED eine der republikanischen Partei nahe Institution ist.
Es ist daher nicht verwunderlich dass die Trump (R) Administration bereit war eine der demokratischen Partei nahe Institution zu schließen und gleichzeitig die der republikanischen Partei nahe Institution unangetastet zu lassen.
[1, p.3-5]
We want to maintain the United States’ unrivaled "soft power" through which we exercise positive influence throughout the world that furthers our interests. [1, p.4]
Drogenschmuggel und irreguläre Migration sind in den USA relevante Sorgen der Bevölkerung. Und die USA erklären auch gegen Drogen- und Menschenschmuggel vorgehen zu wollen. Gleichteitig erklären die USA aber auch ihren Einfluss auf den amerikanischen Doppelkontinent ausweiten zu wollen und fremden Einfluss zurück drängen zu wollen. Ob die Bekämpfung von Drogenschmuggel und irregulärer Migration also wirklich Ziele sind oder nur als Vorwände dienen darf angenommen werden. [1, p.15]
We want to protect this country, its people, its territory, its economy, and its way of life from military attack and hostile foreign influence, whether espionage, predatory trade practices, drug and human trafficking, destructive propaganda and influence operations, cultural subversion, or any other threat to our nation. [1, p.3]
Strategie
Die USA haben weiterhin den Anspruch die einzige Weltmacht zu sein. Die USA stehen hierbei aber vor einer wachsenden Herausforderung, da ihre eigenen Kapazitäten unter ihren Ambitionen schrumpfen. Je größer der Anspruch ein anderes Land zu dessen Lasten zu kontrollieren, desto wahrscheinlicher sind militärische Konflikte. Ohne ihre Politik auch mit militärischen Mittel fortzusetzen wird es nicht funktionieren. Die wirtschaftliche und folglich der militärische Macht der USA im Vergleich zur gesamten Welt schwindet aber. [1, p.9-10]
For a country whose interests are as numerous and diverse as ours, rigid adherence to non-interventionism is not possible. [1, p.9]
Die USA sind eine Vetomacht im UN Sicherheitsrat und können sich somit über Beschlüsse des Sicherheitsrats hinwegsetzen. Es ist zwar nicht mehr eindeutig ob die Streitkräfte der USA immer noch den höchsten Kampfwert haben. Aufgrund der Erfahrung in Einsätzen sind die Streitkräfte der USA aber sicherlich die mit dem höchsten Einsatzwert, weswegen die USA noch die größte Militärmacht ist. Die Ambitionen der USA die einzige Weltmacht zu sein wird aber durch das Völkerrecht ausgebremst und eingeschränkt. Für die USA und die transatlantische Lobbies (Council on Foreign Relations, Atlantik-Brücke, German Marshall Fund of the United States, Aspen Institute, American Council on Germany, etc.) ist es folglich logisch ein für alle Staaten geltendes Völkerrecht zu leugnen und stattdessen eine vage regelbasierte Ordnung die den eigenen Interessen dient zu befürworten.
The days of the United States propping up the entire world order like Atlas are over.
...
President Trump has set a new global standard with the Hague Commitment, which pledges NATO countries to spend 5 percent of GDP on defense and which our NATO allies have endorsed and must now meet. [1, p.20]
Die USA sind jedoch die stärkste Kraft in der NATO und verfügen über unvergleichlichen Einfluss mit den transatlantischen Lobbies (Council on Foreign Relations, Atlantik-Brücke, German Marshall Fund of the United States, Aspen Institute, American Council on Germany, etc.).
Und mit diesem Einfluss kommen die USA dem Erreichen ihres Ziels näher.
Ein Ausscheren der USA aus ihrem selbst geschaffenen Einfluss-Netzwerk ist folglich unwahrscheinlich.
Die Vereinnahmung anderer Länder kreiert aber auch eine Schicksalsgemeinschaft.
Ein Austritt aus dieser Gemeinschaft würde ein Land nicht notwendigerweise von gewachsenen der Feindseligkeiten befreien, gleichzeitig würde aber jegliche Beistandspflicht in beide Richtungen entfallen.
Ein Auflösen von diesem Einfluss-Netzwerk von innen heraus ist also ebenfalls unwahrscheinlich.
Sichtbar wird die Führung in diesem Bündnis daran wie sich der Rest seine Verteidigungsausgaben in 2014 (2%) und in 2025 (5%) diktieren ließ.
[1, p.9-10]
[2]
[3]
Als mittlerweile Netto-Exporteur von Energieträgern können die USA Einfluss auf die Energieexporte anderer Länder nehmen. Gleichzeitig beeinflussen die Energieexporte anderer Länder die USA. So gehören die Erdöl- und Erdgasreserven der USA zu denen die vergleichsweise hohe Preise benötigen um lohnenswert zu fördern sind. Die USA haben also einen Anreiz die Energieexporte anderer Länder zu verringern, um viel und rentabel Energieträger selber zu exportieren. [1, p.14]
Expanding our net energy exports will also deepen relationships with allies while curtailing the influence of adversaries, protect our ability to defend our shores, and—when and where necessary—enables us to project power. [1, p.22][4] [5] [6] [7]
Vor diesem Hintergrund können auch die jüngsten Handlungen in Südamerika verstanden werden.
In 2025 beschuldigte Trump (R) den Präsident Venezuelas Nicolas Maduro (Partido Socialista Unido de Venezuela/PSUV) für Drogenschmuggel in die USA verantwortlich zu sein.
Und in der Nacht vom 3. auf den 4. Januar 2026 haben Streitkräfte der USA Maduro (PSUV) aus der Hauptstadt Venezuelas Caracas entführt.
Unmittelbar danach hat Trump (R) angekündigt Venezuela mindestens zeitweise regieren zu wollen und hat Anspruch auf die Erdölreserven von Venezuela erhoben.
Das es den USA von Anfang an nicht um Drogenschmuggel ging war absehbar.
Nach Angaben des Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (United Nations Office on Drugs and Crime/UNODC) ist Venezuela kein Kokain produzierendes Land.
Die Drogenbekämpfungsbehörde der USA (Drug Enforcement Agency/DEA) geben an das Kolumbien und Peru die Hauptursprungsländer für Kokain in die USA seien.
Venezuela werde gar nicht erwähnt.
Und im November 2025 hat Trump angekündigt den ehemaligen Präsident von Honduras Juan Orlando Hernandez (National Party of Honduras/PNH) zu begnadigen und im Dezember 2025 wurde Hernandez (PNH) entlassen.
Hernandez (PNH) wurde in 2024 wegen Drogen- und Waffenhandel schuldig gesprochen und zu einer 45 jährigen Haftstrafe in den USA verurteilt.
[8]
[9]
[10]
A. Amerikanischer Doppelkontinent
Der amerikanische Doppelkontinent/westliche Hemisphäre wird als erster geographischer Raum genannt.
Dies alleine gibt einen Eindruck von der Bedeutung welche diese Region für die USA hat.
Im Strategiepapier wird noch zusätzlich auf die Monroe-Doktrin zurück gegriffen.
Die Monroe-Doktrin sieht eine Unabhängigkeit der Staaten auf dem amerikanischen Doppelkontinent von den europäischen Staaten vor.
Sie ist also ein Anspruch der Unabhängigkeit vom amerikanischen Doppelkontinent gegenüber den europäischen Staaten zum Preis der Loslösung von Europa.
In diesem Fall sind die USA selbstverständlich die größte Macht auf diesem amerikanischen Doppelkontinent.
Relevant ist das Ziel dass der amerikanischen Doppelkontinent frei von äußeren Einfluss ist.
Folglich sind weitere Konflikte wie zum Beispiel mit Venezuela oder um Grönland zu erwarten.
Einer Abtrennung der USA von Europa steht aber der eigene Anspruch von Einfluss auf Europa entgegen.
[1, p.15-19
, p.25-27]
After years of neglect, the United States will reassert and enforce the Monroe Doctrine to restore American preeminence in the Western Hemisphere, and to protect our homeland and our access to key geographies throughout the region. [1, p.15]
...
We will need a strong Europe to help us successfully compete, and to work in concert with us to prevent any adversary from dominating Europe. [1, p.34]
Auf dem amerikanischen Doppelkontinent wollen die USA Alliierte rekrutieren und die Anzahl ihrer Verbündeten ausbauen "Enlist and Expand". Außerdem soll Produktion näher gelagert sein "nearshore manufacturing, and develop local private economies". Neben der bisherigen Strategie Lieferketten mit Zöllen umzugestalten gehen die USA also den nächsten Schritt ihre Zielen im Außenhandel zu verfolgen. Und im Falle von Lateinamerika (ohne Mexiko) hat China die USA in 2018 als größten Handelspartner abgelöst. [1, p.16 , p.17] [11]
The United States will prioritize commercial diplomacy, to strengthen our own economy and industries, using tariffs and reciprocal trade agreements as powerful tools. [1, p.16]
...
We want other nations to see us as their partner of first choice, and we will (through various means) discourage their collaboration with others.
...
Some foreign influence will be hard to reverse, given the political alignments between certain Latin American governments and certain foreign actors. [1, p.17]
Vor diesem Hintergrund kann auch die Allianz der USA mit dem Präsident von Argentinien Javier Milei (La Libertad Avanza/LLA) verstanden werden. Im April hat der Internationale Währungsfonds (IWF) einen neuen Kredit von 20 Mrd. US-Dollar für Argentinien bewilligt. Und im Oktober haben die USA die argentinische Währung und dessen Wechselkurs mit 20 Mrd. US-Dollar gestützt, unmittelbar vor den Parlamentswahlen in Argentinien. Damit binden die USA ein Land mit vielen Bodenschätzen (zum Beispiel Silber, Kupfer und Lithium) und eben dessen Bodenschätzen näher an sich und weiter weg von anderen (zum Beispiel China). [12] [13] [15]
Bemerkenswert ist das im Strategiepapier der amerikanische Doppelkontinent und dessen Länder als Ressource und nicht als Summe souveräner Länder gesehen werden. Der amerikanische Doppelkontinent ist für die USA quasi nur ein Mittel zum Zweck und ein geographischer Raum über den die USA herrschen wollen ohne regieren zu müssen.
B. Asien
So wichtig der amerikanischen Doppelkontinent für die USA ist, so wichtig ist Asien für die USA für ihren Anspruch die einzige Weltmacht zu sein. Dies liegt aber nicht an der Geographie oder den Bodenschätzen sondern an China, dem größten derzeitigen Konkurrenten der USA. Wie häufig Asien durch China im Strategiepapier ersetzt werden kann, zeigt wie sehr Fokus auf China liegt. Sechs Seiten und damit mehr Aufmerksamkeit als jeder andere geographische Raum bekommt Asien im Strategiepapier. [1, p.19-24]
Der außenpolitische und militärische Fokus ligt auf der Küste von China, im speziellen der Aufrüstung der ersten und zweiten Inselkette.
Die erste Inselkette (Japan, Korea, Taiwan, Philippinen, Malaysia & Vietnam) ist jene unmittelbar vor der chinesischen Küste und die zweite Inselkette (Japan, Philippinen & Indonesien) ist jene weiter weg.
Dies macht insofern Sinn da somit der chinesische Außenhandel eingedämmt und der chinesische aufstieg gebremst werden kann.
Auffallend ist dass sich das Strategiepapier auf den Seeweg konzentriert.
Die chinesische Initiative Neue Seidenstraße (Belt and Road Initiative/BRI) wird nicht namentlich erwähnt und nur angedeutet.
Der Transport über Land ist teurer und verlangt vielmehr unbewegliche Infrastruktur als der Transport zu See.
Mit der chinesischen Initiative Neue Seidenstraße (BRI) hat China aber früh und umfangreiche Alternativen erschlossen.
Und das strategische Versagen die Neue Seidenstraße (BRI) nicht verhindert zu haben oder eine Alternative geboten zu haben wird sogar eingestanden.
[1, p.22
, p.23]
China’s state-led and state-backed companies excel in building physical and digital infrastructure, and China has recycled perhaps 1.3 trillion US-Dollar of its trade surpluses into loans to its trading partners. America and its allies have not yet formulated, much less executed, a joint plan for the so-called “Global South,” but together possess tremendous resources. [1, p.22]
...
There is, rightly, much focus on Taiwan, partly because of Taiwan’s dominance of semiconductor production, but mostly because Taiwan provides direct access to the Second Island Chain and splits Northeast and Southeast Asia into two distinct theaters. [1, p.23]
Diese Entwicklung fügt sich jedoch in die größere Strategie der USA ein. Der im November 2011 von Barack Obama (D) verkündete "Pivot to Asia" (Schwenk nach Asien) hat bereits ein Ausschwenken der USA aus Europa heraus angekündigt. Aufgrund der endlichen Ressourcen und dem begrenzten militärischen Kräften der USA ist ein Abzug von militärischen Kräften der USA aus Europa unvermeidlich. Um die Dominanz von Staaten im Einflussbereich der USA in Europa sicherzustellen wäre ein Aufrüstung dieser Staaten unvermeidlich. Eine solche Aufrüstung könnte aber auch weiterhin als Unterstützung für zukünftige Einsätze der USA genutzt werden. Die bisherige und geplante Aufrüstung ist also eine direkt oder indirekt gegen China. [15] [16] [17]
We will build a military capable of denying aggression anywhere in the First Island Chain. But the American military cannot, and should not have to, do this alone. Our allies must step up and spend—and more importantly do—much more for collective defense. [1, p.24]
Das der 2011 von Barack Obama (D) verkündete "Pivot to Asia" (Schwenk nach Asien) auch heute Anwendung findet ist bemerkenswert. Diese Kontinuität belegt aber auch die Relevanz und lebensdauer von Strategien. Wenn also nach 14 Jahren diese Strategie weiter verfolgt wird, dann darf davon ausgegeangen werden dass auch die neue nationale Sicherheitsstrategie der USA über diese Präsidentschaft hinaus relevant sein kann.
C. Europa
Die USA brauchen Europa und speziell die Zusammenarbeit mit ihren europäischen Partnern noch. Hierfür sollen sich diese Länder auf die aktuellen Ziele der USA konzentrieren und alte sowie andere Bestrebungen beenden. Und genau so wird es auch im Strategiepapier beschrieben. [1, p.27
Our broad policy for Europe should prioritize:[1, p.27]
- Reestablishing conditions of stability within Europe and strategic stability with Russia
- ...
- Cultivating resistance to Europe’s current trajectory within European nations
- ...
- Ending the perception, and preventing the reality, of NATO as a perpetually expanding alliance
- ...
Bemerkenswert sind auf den ersten Blick die Ankündigung von einer Rückkehr von Russland und die Aufkündigung weiterer NATO-Erweiterungen. Dies macht für die USA Sinn, da sich ihr Fokus verschiebt und die Mittel der USA und ihrer Partner begrenzt sind. Und hierfür wollen die USA ähnlich wie auf dem amerikanischen Doppelkontinent Verbündete fördern ("Enlist and Expand"). [1, p.27 1, p.16]
This lack of self-confidence is most evident in Europe’s relationship with Russia. European allies enjoy a significant hard power advantage over Russia by almost every measure, save nuclear weapons.
...
Managing European relations with Russia will require significant U.S. diplomatic engagement, both to reestablish conditions of strategic stability across the Eurasian landmass, and to mitigate the risk of conflict between Russia and European states. [1, p.25]
Die USA gehen hierfür sogar soweit ihrer bisherigen Politik und in teilen dem eigenen Strategiepapier zu widersprechen. Zwar haben die USA ihren NATO Mitgliedstaaten 2014 (2%) und 2025 (5%) die Höhe ihrer Verteidigungsausgaben diktiert. Im Strategiepapier erklären die USA aber das ihre europäischen Partner Russland längst überlegen sind. Es wird also erneut klar das die bisherige Aufrüstung nicht für sich selbst sondern gegen China "Pivot to Asia" (Schwenk nach Asien) gerichtet ist. [1, p.20 , p.25] [2] [3]
The Ukraine War has had the perverse effect of increasing Europe’s, especially Germany’s, external dependencies. Today, German chemical companies are building some of the world’s largest processing plants in China, using Russian gas that they cannot obtain at home. [1, p.26]
Das die USA den Ukraine-Krieg und dessen Konsequenzen für Europa beenden wollen ist daher nur logisch.
Schließlich ist es kein Geheimnis dass die Sanktionen gegen Russland Europa schaden und die Energiepreise für Europa erhöht haben.
Und die erhöhten Energiepreise wurden unweigerlich in höhere Preise für Waren und Dienstleistungen überwälzt.
Die USA kommen hier jedoch mit ihrem eigenen Ziel der Dominanz im Energiesektor in Konflikt.
Ob und wenn ja wie die USA andere und günstigere Energieimporte für Europa erlauben werden bleibt also abzuwarten.
[1, p.26
, p.4]
D. Mittlerer Osten
Der mittlere Osten wurde 1916 mit dem Sykes-Picot-Abkommen zwischen Frankreich und Großbritannien aufgeteilt. Und 1945 haben der saudische König Abdul Aziz und der Präsident der USA Franklin D. Roosevelt (D) ihre besondere Freundschaft von Schutz für Erdöl besiegelt. In der Zwischenzeit haben die USA ihren Einfluss aber auch auf die ehemaligen Vasallen von Frankreich und Großbritannien im mittleren Osten ausgeweitet. Natürlich geht es hierbei im wesentlichen auch um Engerieträger und die Kontrolle darüber.
For half a century at least, American foreign policy has prioritized the Middle East above all other regions. The reasons are obvious: the Middle East was for decades the world’s most important supplier of energy, was a prime theater of superpower competition, and was rife with conflict that threatened to spill into the wider world and even to our own shores. [1, p.27]
Der verschobene Fokus der USA nach China "Pivot to Asia" (Schwenk nach Asien) und dass die USA mittlerweile Netto-Exporteur von Energieträgern sind stellt ihre Präsenz im mittleren Osten infrage. Im wesentlichen verbleibt das Ziel der USA im Energiesektor als Grund sich weiterhin dem mittleren Osten zu widmen. Hierfür soll der Einfluss der USA über den geographischen Raum und die Freiheit der Seewege erhalten bleiben. [1, p.24 , p.4 , p.28] [4] [5] [6] [7]
[1, p.28]
- America will always have core interests in ensuring that Gulf energy supplies do not fall into the hands of an outright enemy
- that the Strait of Hormuz remain open
- that the Red Sea remain navigable
- that the region not be an incubator or exporter of terror against American interests or the American homeland
- and that Israel remain secure
Die Sicherheit von Israel als quasi unsinkbarer Flugzeugträger im mittleren Osten bleibt folglich weiterhin ein Ziel der USA. Die USA kann sich einer alternativlosen Präsenz im mittleren Osten gewiss sein. Und Israel kann sich mit diesem Alleinstellungsmerkmal weiterhin der Unterstützung der USA gewiss sein. Ob Taiwan jemals gewillt und in der Lage sein wird ein vergleichbares Verhältnis mit den USA aufzubauen geht aus dem Strategiepapier nicht hervor. , p.28]
If there were not an Israel, we’d have to invent one.
Joe Biden (D) [18]
E. Afrika
Afrika ist nach Asien der größte Kontinent gemessen an Landfläche und Einwohnerzahl.
Außerdem verfügt Afrika über begehrte Bodenschätze darunter Energieträger.
Die Rolle von Afrika für die USA ist aber eindeutig gering.
Nicht nur dass Afrika als letzter Raum genannt wird, Afrika bekommt auch nur eine Halbe Seite.
Auch hier wird die Strategie der USA eindeutig.
Anstatt sich einer unterentwickelten Region zu widmen, wird der Fokus auf die sich entwickelnde speziell die rivalisierende Region konzentriert.
[1, p.29]
For far too long, American policy in Africa has focused on providing, and later on spreading, liberal ideology. The United States should instead look to partner with select countries to ameliorate conflict, foster mutually beneficial trade relationships, and transition from a foreign aid paradigm to an investment and growth paradigm capable of harnessing Africa’s abundant natural resources and latent economic potential. [1, p.29]
Und es wird auch anerkannt dass die bisherige Politk gegenüber Afrika unzweckmäßig ist. Zu lange habe man eine liberale Wirtschafts- und Finanzpolitik gegenüber Afrika forciert, während China mit seiner gelenkten Marktwirtschaft sich viel schneller entwickelt hat als alle anderen Volkswirtschaften. Gemessen am Umfang von Afrika im Strategiepapier und dem aktuellen Fokus der USA "Pivot to Asia" (Schwenk nach Asien), darf eine Veränderung der USA gegenüber Afrika jedoch bezweifelt werden. [1, p.29]
[Innenpolitik] Neue Sicherheitsstrategie der USA - Einfluss in nur eine Richtung 2026-02-12
[Wirtschaft] Neue Sicherheitsstrategie der USA - Mit ausgeglichenem Handel zum Sieg 2026-02-14
Src:
[1] National Security Strategy of the United States of America - November 2025
https://www.whitehouse.gov/wp-content/uploads/2025/12/2025-National-Security-Strategy.pdf
[2] Wales Summit Declaration 2014-09-05
https://www.nato.int/en/about-us/official-texts-and-resources/official-texts/2014/09/05/wales-summit-declaration
[3] Defence expenditures and NATO’s 5% commitment 2025-12-18
https://www.nato.int/en/what-we-do/introduction-to-nato/defence-expenditures-and-natos-5-commitment
[4] Natural gas exports from the United States in selected years from 1975 to 2024
https://www.statista.com/statistics/241704/us-natural-gas-imports-since-1955/
[5] Total natural gas imports into the United States from 1955 to 2024
https://www.statista.com/statistics/201347/us-natural-gas-imports-since-1955/
[6] Total petroleum exports from the United States in selected years from 1950 to 2024
https://www.statista.com/statistics/191320/total-us-petroleum-exports/
[7] Total petroleum imports to the United States from 2000 to 2024
https://www.statista.com/statistics/191251/total-petroleum-imports-into-the-us/
[8] Trump claims Venezuela’s Maduro is a drug-trafficking threat to the US. Does the data back him up? 2025-09-01
https://edition.cnn.com/2025/09/01/americas/trump-venezuela-maduro-drug-threat-analysis-intl-latam
[9] What was Honduras ex-president convicted of and why has Trump pardoned him? 2025-12-02
https://www.bbc.com/news/articles/c9qewln7912o
[10] US plans to ‘run’ Venezuela and tap its oil reserves, Trump says, after operation to oust Maduro 2026-01-04
https://apnews.com/article/venezuela-us-explosions-caracas-ca712a67aaefc30b1831f5bf0b50665e
[11] China Bigger Trade Partner Than US in Most of Latin America 2022-06-08
https://www.asiafinancial.com/china-bigger-trade-partner-than-us-in-most-of-latin-america
[12] The IMF reaches a deal with troubled Argentina on a $20 billion bailout 2025-04-09
https://apnews.com/article/argentina-imf-debt-bailout-4eae101f7575dc735df74c9aa0fac2cf
[13] Argentina seals 20 billion US-Dollar IMF deal, tears down currency controls 2025-04-12
https://www.reuters.com/world/americas/argentina-eases-fx-controls-major-policy-shift-ahead-imf-deal-2025-04-11/
[14] Trump boosts Argentina's Milei with 20 billion US-Dollar lifeline as US buys pesos 2025-10-10
https://www.reuters.com/world/americas/us-purchased-argentine-pesos-after-top-finance-officials-meeting-bessent-says-2025-10-09/
[15] The U.S. Pivot to Asia and American Grand Strategy
https://www.cfr.org/project/us-pivot-asia-and-american-grand-strategy
[16] The American Pivot to Asia 2011-12-21
https://www.brookings.edu/articles/the-american-pivot-to-asia/
[17] „Pivot to Asia“ und der Bedeutungsverlust Europas aus geostrategischer Perspektive 2020-10-01
https://esut.de/2020/10/fachbeitraege/22400/pivot-to-asia-und-der-bedeutungsverlust-europas-aus-geostrategischer-perspektive/
[18] US President Joe Biden: “If there were not an Israel, we’d have to invent one.” 2022-10-28
https://www.youtube.com/watch?v=2HZs-v0PR44
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