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[Economics] The Makroskop Pension Package - Is a higher Pension Level possible
Das Magazin Makroskop hat ein eigenes Papier zu möglichen Reformen der deutschen Rentenversicherung (DRV) veröffentlicht. Das Ziel ist es das Niveau der deutsche Rentenversicherung (DRV) zu erhöhen. Im folgenden sollen die Forderungen und Mittel erläutert und beurteilt werden.
Die Lage ist vermeintlich aussichtslos. Die Bevölkerung wird immer älter und so kommen immer mehr ältere auf immer weniger junge. Deswegen könne das umlagefinanzierte Rentensystem vermeintlich nicht mehr tragen. Dieses Demographieproblem kann nur noch gelöst werden indem das Rentensystem wenigstens teilweise auf eine kapitalgedeckte Rente umgestellt werden könne.
Wir werden immer älter und das heißt, immer mehr Alte müssen von immer weniger Jungen versorgt werden.
...
Die Lösung des Demographieproblems würden wir durch eine (teilweise) Umstellung unserer beitrags finanzierten gesetzlichen Rente auf eine kapitalgedeckte Rente erreichen. [1, p.2]
So oder so ähnich lautet die herrschende Meinung zum deutschen Rentensystem.
Das Magazin Makroskop hat ein eigenes Rentenpaket veröffentlicht das diesem Narrativ eigene Positionen entgegen setzt.
Die wesentlichen Argumente sind zum einen dass das Demographieproblem überbewertet ist und mehr Arbeitsproduktivität die Alterung der Gesellschaft kompensiert.
Zum anderen wird argumentiert dass eine kapitalgedeckte Rente keine Lösung sei.
Renditen auf Aktien werden genauso wie Beiträge zur Rentenversicherung aus der gleichen Volkswirtschaft finanziert.
Und auch mit dem Geld einer kapitalgedeckten Rente kann nur gekauft werden, was im Augenblick von anderen produziert wird.
Im folgenden sollen die Aussagen bewertet und überprüft werden.
Das „Demographieproblem“ der Sozialsysteme gibt es seit über 100 Jahren.
...
Die kapitalgedeckte Altersvorsorge löst kein Demographieproblem. Egal, ob ich als Rentner meine Brötchen durch den Verkauf von Aktien oder durch Einnahmen aus der gesetzlichen Rente bezahlen will: Es braucht eine ausreichend produktive Wirtschaft, damit es für alle genügend Brötchen gibt.
...
Der Schlüssel für die Probleme eines Sozialstaates mit einer alternden Bevölkerung ist eine ausreichende Produktivitätssteigerung, an der alle partizipieren. [1, p.2]
- Das Demografieproblem - Überschätzt und Missverstanden
- Kapitalgedeckte Rente - Grenzen und das Mackenroth Theorem
- Vorschläge für ein höheres Rentenniveau
- Fazit
Das Demografieproblem - Überschätzt und Missverstanden
Eine Demographie mit vielen jungen und wenigen alten Menschen gilt als erstrebenswert.
Und dass die Anzahl der alten Menschen je jungen Menschen zunimmt sei ein neues Phänomen.
Dies sind häufige Argumente in der Debatte um die Rente.
Doch das Demografieproblem ist nicht neu, sondern wird überschätzt.
So lauten die Aussagen von Makroskop.
Und tatsächlich ist es nicht neu dass das Verhältnis von Erwerbstätigen je Rentnern steigt.
Eine Demographie bei der die Altersgruppen der Erwebstätigen größer sind als die Altersgruppen der Rentner und die Altersgruppen der Kinder und Schüler größer sind die Altersgruppen der Erwebstätigen hat außerdem ein weiteres Herausforderung.
Kinder und Schüler sind volkswirtschaftlich genauso Leistungsempfänger wie Rentner.
[1, p.7-9]
Gleichzeitig wird das Potential von Wirtschaftswachstum durch Produktivitätswachstum verschwiegen.
Wie viel mehr je Erwerbstätige infolge Produktivitätswachstum erwirtschaftet werden kann bleibt unbeachtet.
Makroskop halt hier dagegen.
Die eigentliche Herausforderung der Rente ist nicht einfach die Alterung der Gesellschaft, sondern ob das Produktivitätswachstum der Volkswirtschaft größer ist als die Alterung der Gesellschaft.
Ein höherer Beitragssatz für die Rente oder ein höheres Renteneintrittsalter im Fall einer alternden Gesellschaft bei gleibleibenden Rentenleistungen ist foglich nicht unbedingt notwendig.
Je mehr die Volkswirtschaft je Arbeitsstunde produziert, desto mehr Rentner können versorgt werden.
[1, p.7-9]
Kapitalgedeckte Rente - Grenzen und das Mackenroth Theorem
Jetzt können nur noch kapitalgedeckte Renten helfen.
Oder die gesetzliche Rente muss durch kapitalgedeckte Renten unterstützt werden.
Das sind die üblichen Argumente für die kapitalgedeckte Rente.
Es ist jedoch egal ob die Rente über Steuern, Beiträge oder Renditen finanziert wird, die Rente bleibt eine Verteilungsfrage.
Makroskop verweist hier auf das Mackenroth Theorem.
Demnach kann eine Rente nur durch die jeweils arbeitende Bevölkerung erwirtschaftet werden, beziehungsweise kann mit der Rente nur erworben werden was auch produziert wird.
[1, p.10
, p.14-15]
Geld oder auch Aktien nützen nichts, wenn ich mir dafür keine Waren kaufen kann.
...
Auch mit dem Geld einer kapitalgedeckten Rente kann ich nur kaufen, was im Augenblick meiner Rente von anderen produziert wird. [1, p.10]
Um die kapitalgedeckte Rente zu begründen wird auch auf die gesamten Kosten für die gesetzliche Rente oder die zusätzlichen Leistungen des Bundes (Bundeszuschuss) verwiesen.
Außerdem soll die kapitalgedeckte Rente die gesetzliche Rente ergänzen um die Beitragszahler vor steigenden Beiträgen infolge.
Die letzte These ist schon wiedersprüchlich, zusätzliche Kosten für kapitalgedeckte Renten sollen vor zusätzlichen Kosten für die gesetzliche Rente schützen.
Makroskop verweist deswegen auf den Bundeszuschuss und dass dieser als Anteil an den gesamten Einnahmen der gesetzliche Rente sogar von 27% in 2007 auf 24% in 2020 gefallen ist.
Im Anbetracht des im internationalen Vergleichs geringen Rentenniveaus sollte der Bundeszuschuss zumindest wieder das frühere Niveau erreichen.
Und in Anbetracht von Arbeitslosigkeit schlägt Makroskop vor dies durch Staatsdefizite zu finanzieren, auch um so die Arbeitslosenquote zu verringern.
[1, p.10
, p.14-15
, p.18]
Den staatlichen Schulden stehen immer Vermögenstitel gegenüber, die in der Regel von privaten Personen und Institutionen gehalten werden.[2] [2b] [3, UVGD] [4] [5] [5b]
...
An die nächste Generation werden also nicht nur Schulden, sondern auch Vermögen vererbt.
...
Wie (...) zu sehen ist, liegt der Bundeszuschuss sowohl anteilig an den Einnahmen der gesetzlichen Rentenversicherung als auch an den Steuereinnahmen heute etwa wieder auf dem Niveau von 2000, (...) [1, p.18]
Vorschläge für ein höheres Rentenniveau
Makroskop bewertet aber nicht nur die Aussagen und Behauptungen von anderen zur Rente sondern macht auch klare Vorschläge zur Verbesserung der Rente. Zur Verbessung des Rentenniveaus sollen mehr in das System einzahlen indem die Beschäftigungsquote erhöht beziehungsweise die Arbeitslosenquote verringert werden soll sowie ein einheitliches Rentensystem wie in Österreich geschaffen werden soll. Hiermit soll das Potential für ein höheres Rentenniveau geschaffen werden. Außerdem soll ein höheres Produktivitätswachstum erreicht werden. Und hiermit soll erreicht werden dass die Alterung der Gesellschaft noch mehr kompensiert werden kann. [1, p.4 , p.12-13 , p.13]
In Deutschland wächst das Rentenniveau langsamer als das Durchschnittseinkommen und das Durchschnittseinkommen wächst langsamer als das BIP pro Kopf.
Das geringe Rentenniveau ist folglich auch eine Folge des geringen Einkommensniveaus.
Beides soll erhöht werden und der Staat kann hier durch Mindestlohn, Tarifbindung und die Löhne für den öffentlichen Dienst eingreifen.
Dies hat zwei weitere positive Folgen.
Die Nachfrage wächst bei einem Wachstum der unteren Einkommensschichten mehr als bei einem Wachstum der oberen Einkommensschichten.
Die Ausgabequote ist umgekehrt proportional zum Einkommen.
Niedrigere Einkommensschichten geben ihr Einkommen also viel mehr aus als hohe Einkommen und schaffen so umso mehr Nachfrage nach Gütern und folglich weiteren Erwerbstätigen.
Und höhere Löhne sind an Anreiz für Unternehmen ihre Produktivität zu verbessern.
Wenn die Löhne höher sind dann lohnen sich Investitionen in Maschinen und Anlagen mehr und der Markt für höherwertige Produkte steigt mit der Kaufkraft der Bevölkerung.
Wenn die Löhne jedoch niedrig sind dann lohnen sich Investitionen weniger und der Markt für höherwertige Produkte stagniert.
[1, p.4
, p.12-13]
Seit den 1980er-Jahren hinken die Löhne dem Produktivitätsfortschritt hinterher.[3a] [3b] [4, HVGDP] [4, ZCPIN] [4, UVNT] [4, NELN]
...
Zu viele Ausnahmen von der Tarifbindung schützen zwar schwache Unternehmen, der allgemeine Druck zu Innovation und Produktivitätsverbesserung geht aber verloren. [1, p.4]
Bezüglich der Umstellung auf eine einheitliche Rentenversicherung für alle verweist Makroskop auf Österreich.
Und tatsächlich hat selbst die deutsche Rentenversicherung (DRV) dem System in Österreich als besser bewertet.
Österreich und Deutschland haben beide ein auf Umlage basiertes Rentensysteme.
Was den demographischen Wandel angeht, so sind die Bevölkerungspyramiden beider Länder nahezu identisch.
Dazu kommt dass das pro Kopf BIP beider Länder (2025) mit 53.431,62 Euro (Deutschland) und 55.771,32 Euro (Österreich) kum näher sein könnte.
Die Rentenniveaus beider Länder könnten dagegen kaum anders sein.
Bereits heute liegt das deutsche Rentenniveau in der Auflistung der OECD weit hinten, während Österreich einen der vorderen Plätze einnimmt.
Im direkten Vergleich gehen Österreicher früher in Rente und bekommen mehr als Deutsche.
[1, p.13]
[3, HVGDP]
- höherer Beitragssatz: +156,- Euro (+13,9%)
- mehr Bundesmittel: +97,- Euro (+8,7%)
- mehr Pflichtversicherte: +159,- Euro (+14,2%)
- jüngere Bevölkerung: +139,- Euro (+12,4%)
- andere Faktoren: -25,- Euro (-2,2%)
Fazit
Das Papier von Makroskop fordert ein höheres Niveau der deutsche Rentenversicherung (DRV). Für die Finanzierung werden eine niedrigere Arbeitslosenquotehöhere durch Konjunkturpolitik und ein einheitliches Rentensystem für alle Erwerbstätigen unter Einbeziehung aller Erwerbstätigen im öffentlichen Dienst gefordert. Des Weiteren werden eine höhere Produktivität angetrieben durch höhere Löhne sowie ohnehin höhere Löhne gefordert.
Die Forderungen und wie diese zu erreichen sind ist ökonomisch konsistent. Es wird korrekt erklärt dass Transferleistungen wie Renten letztlich immer auf die aktuelle Wirtschaftsleistung angewiesen sind. Beziehungsweise Kapitalmärkte können eine Demografie nicht einfach wegzaubern. Damit ist das Papier von Makroskop ein wertvoller Gegenentwurf zur oft stark vereinfachten Debatte um die Rente.
Es gilt also weiterhin: Solange irgendjemand arbeitet ist die Rente sicher. Das Rentenniveau ist aber eine politische Entscheidung.
Src:[1] Das MAKROSKOP-Rentenpaket - Unser Rentenpaket: Paketboten gesucht! 2026-04-17
https://makroskop.eu/132026/rentenpaket-paketboten-gesucht/
https://www.datocms-assets.com/19658/1778055813-makroskop-rentenpaket.pdf
[2] Bundeszuschüsse an die Rentenversicherung 2023-07-28
https://www.bundesamtsozialesicherung.de/de/themen/rentenversicherung/finanzierung/
https://www.bundesamtsozialesicherung.de/fileadmin/redaktion/Rentenversicherung/Finanzierung/Bundeszuschuesse2022.pdf
[3] AMECO database
https://economy-finance.ec.europa.eu/economic-research-and-databases/economic-databases/ameco-database_en
[4] Einnahmen und Ausgaben der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) 2022-12-20
https://www.bpb.de/kurz-knapp/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61857/einnahmen-und-ausgaben-der-gesetzlichen-rentenversicherung-grv/
[5] Jährliche versicherungsfremde Leistungen seit 1957 – Teufel-Tabelle
https://www.adg-ev.de/.../1387-versicherungsfremde
https://www.adg-ev.de/publikationen/publikationen-altersvorsorge/1387-versicherungsfremde-leistungen-2015?start=2
[6] „Vorbild“ Österreich? Was macht unser Nachbarland anders bei der Rente? 02/2024
https://rentenupdate.drv-bund.de/DE/1_Archiv/Archiv/2024/03_Oesterreich.html
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