[Außenpolitik] Gescheiterte Aufrüstung - Scheiternde Rüstungsvorhaben der Bundeswehr: Sturmgewehr G95

See also:
[Foreign Policy] Failed rearmament - Failed armament projects of the German Armed Forces: G95 assault rifle

Die deutsche Bundeswehr macht seit Verkündung der sogenannten Zeitenwende Schlagzeilen zur Aufrüstung. Die Verteidigungsausgaben werden wiederholt erhöht und die personellen und materiellen Ziele wachsen wiederholt an.
Und sicherlich ist die Bundeswehr beziehungsweise dessen Beschaffung in der Lage zu skalieren. Bereits eingeführte Ausrüstung kann soweit noch verfügbar erneut oder zukünftig in größeren Mengen beschafft werden.
Bei näherer Betrachtung fällt jedoch auf das neue also noch nicht eingeführte Ausrüstung erhebliche Probleme mit sich bringen. Interessanterweise treten sowohl bei marktverfügbaren Produkte als auch bei Sonderlösungen erhebliche Probleme auf. In Anbetracht der steigenden Verteidigungsausgaben verdient dies besondere Aufmerksamkeit.

Das derzeitiger Sturmgewehr der Bundeswehr das Heckler & Koch G36 soll ersetzt werden. Das G36 wird durch das marktverfügbare HK416 (G95) ebenfalls von Heckler & Koch ersetzt. Das G36 und das HK416 (G95) haben das gleiche Kaliber und die gleiche Standard-Magazingröße. Die unterschiede zwischen beiden Sturmgewehren und die spezielle Beschaffung vom HK416 (G95) stellen jedoch Herausforderungen und Probleme dar.

Das G36 wird bei der Bundeswehr mit einem dualen Visier verwendet. Hierbei handelt es sich um ein Zielfernrohr mit dreifacher vergrößerung und einem Reflexvisier ohne vergrößerung. Dieses Visier kann mit einem Nachtsichtaufsatz versehen werden, wodurch das G36 nachtkampffähig wird.

Das HK416 (G95) soll mit einem Zielfernrohr mit verstellbarer vergrößerung von ein- bis vierfach (Raytheon ELCAN Specter DR 1-4x) beschafft werden. Etwa 120.000 Sturmgewehre und entsprechendes Zubehör sollen beschafft werden. Im Zuge der Erprobung vom HK416 (G95) sind jedoch wesentliche Einschränkungen aufgetreten. Hierbei wurde festgestellt dass das Zielfernrohr nicht mit den bestehenden Nachtsichtbrillen verwendet werden kann und für das Zielfernrohr bauartbedingt kein Nachtsichtaufsatz verfügbar ist. Dies ist eine enorme Einschränkung da eine Nachtsehfähigkeit eine Nachtkampffähigkeit nicht ersetzen kann. Nachtsichtbrillen blockieren die Sicht durch Visiere, weswegen Visiere nicht mit Nachtsichtbrillen verwendet werden können. Das Maximalvolumen der geschlossenen Rahmenvereinbarung von 128 Millionen Euro wurde auf 720 Millionen Euro angehoben. Nun wurden allerdings nur Haushaltsmittel in Höhe von 144 Millionen Euro für die Beschaffung der verinbarten Mindestmenge von 50.000 Visieren freigegeben. [1] [2]

Dazu kommt dass das HK416 (G95) aufgrund der Konstruktion ein Rückschritt zum G36 ist. Das HK416 (G95) verfügt über einen starre beziehungsweise nicht abklappbare Schulterstütze und schränkt damit die Mobilität ein. Soldaten transportieren oder tragen ihr persönliches Sturmgewehr häufiger umher als dass sie sich im Kampf befinden. Außerdem befindet sich beim HK416 (G95) der Ladehebel im hinteren Bereich der Waffe und macht das Durchladen im Anschlag schwierig bis unmöglich. Bei Störungen oder beim nachladen muss der Ladehebel aber teilweise bedint werden.
Eine Alternative wäre das HK433 ebenfalls vom Hersteller Heckler & Koch. Das HK433 hat eine abklappbare Schulterstütze und einen Verschlussfanghebel im vorderen Bereich und hat das gleiche Kaliber und die gleiche Standard-Magazingröße wie das G36 und das HK416 (G95).

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Src:
[1] System Sturmgewehr Bundeswehr – Probleme bei der Optik? 2025-01-03
https://www.hartpunkt.de/system-sturmgewehr-bundeswehr-probleme-optik/
[2] Sturmgewehroptik – Bundeswehr darf nur Mindestmenge beschaffen und muss Alternativen prüfen 2025-12-18
https://www.hartpunkt.de/sturmgewehroptik-bundeswehr-darf-nur-mindestmenge-beschaffen-und-muss-alternativen-pruefen/

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