[Außenpolitik] Gescheiterte Aufrüstung - Scheiternde Rüstungsvorhaben der Bundeswehr: 6e Generation Kampfflugzeug
[Foreign Policy] Failed rearmament - Failed armament projects of the German Armed Forces: 6th generation Fighter Aircraft
Die deutsche Bundeswehr macht seit Verkündung der sogenannten Zeitenwende Schlagzeilen zur Aufrüstung.
Die Verteidigungsausgaben werden wiederholt erhöht und die personellen und materiellen Ziele wachsen wiederholt an.
Und sicherlich ist die Bundeswehr beziehungsweise dessen Beschaffung in der Lage zu skalieren.
Bereits eingeführte Ausrüstung kann soweit noch verfügbar erneut oder zukünftig in größeren Mengen beschafft werden.
Bei näherer Betrachtung fällt jedoch auf das neue also noch nicht eingeführte Ausrüstung erhebliche Probleme mit sich bringen.
Interessanterweise treten sowohl bei marktverfügbaren Produkte als auch bei Sonderlösungen erhebliche Probleme auf.
In Anbetracht der steigenden Verteidigungsausgaben verdient dies besondere Aufmerksamkeit.
Deutschland, Frankreich und Spanien haben ein Programm zur Entwicklung von einem Mehrzweckkampfflugzeug der sechsten Generation. Und der Name lautet FCAS (Future Combat Air System) beziehungsweise SCAF (Systeme de combat aerien du futur). Das Projekt FCAS/SCAF wird jedoch vom Streit zwischen Frankreich, dem französischen Unternehmen Dassault und den übrigen Partnern Deutschland, Spanien, Airbus (Multinational) und dessen Indra Sistemas (Spanien) überschattet. Der ursprüngliche Termin für das in Dienst stellen in 2040 erscheint immer unwahrscheinlicher und der ursprüngliche Termin für einen ersten Prototyp in 2028 ist längst unmöglich geworden. Und unter Umständen könnte es beim Projekt FCAS/SCAF genauso ausgehen wie beim Eurofighter Typhoon beziehungsweise Dassault Rafale.
Die Entwicklung von militärischen Flugzeugen wird in Generationen unterteilt.
Und die verschiedenen Generationen spiegeln technologischen Fortschritte und bestimmte Eigenschaften wieder.
Kampfflugzeuge der sechsten Generation stellen aktuell den nächsten Schritt dar.
Zum einen werden die Maßnahmen gegen Aufklärung via Radar und auch Infrarot erneut gesteigert.
Hierfür werden auffällige Steuerflächen und Außenlaststationen für die Bewaffnung vermiden oder vollständig weggelassen.
Die Bewaffnung wird im inneren der Luftfahrzeuge untergebracht und vertikale Leitwerke werden kleiner oder fehlen vollständig.
Das verringern oder das weglassen von aerodynamischen Steuerflächen reduziert jedoch die Kontrolle über das Luftfahrzeug.
Stattdessen werden diese Luftfahrzeuge über Schubvektorsteuerung also die gezielte Ablenkung des Triebwerksschubs gelenkt.
Außerdem haben Luft-Luft-Raketen immer größere Reichweiten, weswegen ünterstützende Luftfahrzeuge wie zum Beispiel für die Luftbetankung oder die Luftraumaufklärung (AWACS/Airborne Early Warning and Control System) immer mehr Abstand zum Gefechtsraum einhalten müssen.
Folglich müssen Kampfflugzeuge sparsamer fliegen also auch ohne Nachbrenner Überschallflug beherrschen.
Im März 2021 stellte der Leiter von Dassault Eric Trappier dem französischen Senat die Möglichkeit für einen Plan B für das Projekt FCAS/SCAF vor.
Zwischen Airbus und Dassault sei es zum Streit um einen möglichen Technologietransfers von Frankreich nach Deutschland gekommen.
Außerdem wurde beklagt dass Dassault Zugeständnisse bei der Kontrolle über von Dassault favorisierte Bauteile und Systeme machen muss.
Infolge dessen wurde befürchtet dass Frankreich und Dassault die wirtschaftliche und technologische Vorreiterrolle bei militärischen Luftfahrzeugen verlieren könne, wenn deutsche und spanische Unternehmen gemeinsam zwei Drittel der Entwicklung und Konstruktion übernehmen.
Und der Plan B von Dassault war der Prototyp unbemannten Drohne nEUROn.
Auffallend ist dass Airbus bereits ein multinationales Unternehmen ist.
Die Staaten Deutschland, Frankreich und Spanien haben Beteiligungen an Airbus und Airbus hat Standorte in allen diesen Ländern.
Diese Entwicklung erinnert frappierend an den Eurofighter Typhoon.
Dieser Begann als Projekt zwischen Deutschland, Italien, Spanien, Großbritannien und Frankreich.
Frankreich schied im Verlauf des Programms wegen Meinungsunterschieden aus und entwickelte dann das Mehrzweckkampfflugzeug Dassault Rafale.
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Im Juni 2021 wurden dann berichte öffentlich die dem Projekt eine sehr schlechte Bewertung ausstellen. Laut den für die Beschaffung der Bundeswehr verantwortlichen müsse der vorgelegte Vertrag "aus technisch-wirtschaftlicher Sicht nachverhandelt werden" und "nicht zeichnungsreif". Der Vertrag sei "mit sehr großen Risiken behaftet" und gefährde die Vorgaben "sehr stark". [3] [4] [5]
Im Juli 2025 forderte Trappier dann dass französische Unternehmen einen größeren Anteil am Projekt FCAS/SCAF erhalte.
Genau genommen fordere Frankreich eine Beteiligung von 80% am Projekt.
Im Oktober 2025 drohte der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) dann damit aus dem Projekt FCAS/SCAF auszusteigen.
Und im November 2025 drohte dann die fränzische Verteidigungsministerin Catherine Vautrin (LR/Les Republicains) ebenfalls damit aus dem Projekt FCAS/SCAF auszusteigen.
Vautrin (LR/Les Republicains) forderte dass das Luftfahrzeug nicht zu schwer für französische Flugzeugträger sein dürfe und ohne Zustimmung des deutschen Bundestages exportierbar sein müsse.
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[Außenpolitik] Gescheiterte Aufrüstung - Scheiternde Rüstungsvorhaben der Bundeswehr: Sturmgewehr G95
[Außenpolitik] Gescheiterte Aufrüstung - Scheiternde Rüstungsvorhaben der Bundeswehr: Fregatte 126
[Außenpolitik] Gescheiterte Aufrüstung - Scheiternde Rüstungsvorhaben der Bundeswehr: Hubschrauber H145M
Src:
[1] Désaccords sur le SCAF : Le Pdg de Dassault Aviation donne des détails sur son « plan B » 2021-03-11
https://www.opex360.com/2021/03/11/desaccords-sur-le-scaf-le-pdg-de-dassault-aviation-donne-des-details-sur-son-plan-b/
[2] Europas grösstes Rüstungsprojekt steckt in der Krise 2021-03-03
https://www.nzz.ch/international/ruestung-deutsch-franzoesisches-projekt-steckt-in-der-krise-ld.1604493
[3] Bundesrechnungshof kritisiert Luftkampfsystem FCAS 2021-06-19
https://www.rnd.de/politik/bundesrechnungshof-kritisiert-luftkampfsystem-fcas-FS2J44FG4WU2TATGCQFVWD5D6M.html
[4] Nach Rechnungshof-Bericht - Schwere Bedenken gegen Milliarden-Rüstungsprojekt FCAS 2021-06-20
https://www.dzonline.de/welt/politik/schwere-bedenken-gegen-milliarden-ruestungsprojekt-fcas-1167605
[5] Bundeswehr - Milliarden fürs Militär - Weg für Luftkampfsystem FCAS frei 2021-06-23
https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_90304362/bundeswehr-milliarden-fuers-militaer-weg-fuer-luftkampfsystem-fcas-frei.html
[6] FCAS: Zeit für einen klaren Schnitt 2025-06-24
https://www.hartpunkt.de/fcas-zeit-fuer-einen-klaren-schnitt/
[7] FCAS: Erhält Frankreich 80 Prozent am neuen New Generation Fighter? 2025-07-06
https://www.hartpunkt.de/fcas-erhaelt-frankreich-80-prozent-am-neuen-new-generation-fighter/
[8] Deutschland droht mit Aus für europäischen Kampfjet FCAS 2025-10-05
https://orf.at/stories/3407469/
[9] FCAS - Warum das Kampfjet-Projekt ins Trudeln geraten ist 2025-11-14
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/deutschland-frankreich-fcas-probleme-100.html
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