[Dossier] Deutschland - Rentensystem

Nachtrag:
Diese Seite wurde zuletzt am 26. Februar 2026 geändert.

See also:
[Dossier] Germany - Pension-System

Stichwörter:
Rente

Deutschland hat ein auf Umlage basiertes Rentensysteme. Hierbei finanziert jeweils der Teil der Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter die Renten für dessen Empfänger. Und nach Eintritt in die Rente werden die ehemals arbeitenden Altersgruppen von der nachfolgenden Generation versorgt.

Durch Einzahlung in die gesetzliche Rente wird folglich ein Anspruch auf Rentenzahlung erworben. Für Arbeitnehmer ist diese Rente verpflichtend. Selbstständige, Freiberufler und nicht erwerbstätige können freiwillig Beiträge entrichten.

  1. Einnahmen & Ausgaben
    1. Jahresbilanz
    2. Beitragssatz
    3. Bundeszuschuss
    4. Fazit
  2. Altersarmut
    1. Rentenniveau
    2. Armutsgefährdung
  3. Was eine Aktienrente bringen könnte und was nicht
    1. Rentenpaket II
    2. Mackenroth Theorem
    3. Folgen
  4. Vergleich mit Österreich
    1. Deutschland
    2. Österreich
    3. Fazit

1. Einnahmen & Ausgaben

In Deutschland wird regelmäßig Stimmung gegen das umlagefinanzierte Rentensystem gemacht. Nun wurde eine Aktienrente also eine kapitalgedeckte Rente eingeführt. Dies wurde beschlossen weil das umlagefinanzierte Rentensystem vermeintlich nicht mehr funktioniert. Bei genauerer Betrachtung sieht man allerdings dass das umlagefinanzierte Rentensystem weiterhin funktioniert.

1.1. Jahresbilanz

Insgesamt ist die Jahresbilanz der Rentenversicherung ausgeglichen. Dies macht auch trotz einer alternden Gesellschaft Sinn. Die Erklärung hierfür ist das die Arbeitsproduktivität die Alterung der Gesellschaft übersteigt. Der arbeitende Teil der Gesellschaft erwirtschaftet also auch dann einen größeren wirtschaftlichen Wert, wenn ihr Bevölkerungsanteil sinkt. [7]

Jahr Einnahmen / Mrd. Euro Ausgaben / Mrd. Euro
Geasamt / Mrd. Euro [7] Bundeszuschuss / Mrd. Euro [2] [2b] Geasamt / Mrd. Euro [7] Ges. versicherungsfremde Leistungen / Mrd. Euro [8] [8b]
1960 10,734 10,024 2,579
1965 17,105 16,139 4,08
1970 28,56 26,71 5,717
1975 51,417 51,67 10
1980 74,321 72,839 19,796
1985 90,169 89,449 25,522
1990 114,998 110,093 31,833
1991 139,452 133,735 38,565
1995 179,303 37,399 184,38 59,924
1996 188,014 39,425 191,629 63,516
1997 197,24 42,246 196,269 64,803
1998 204,286 49,231 202,55 67,39
1999 211,848 49,833 206,969 67,509
2000 214,566 49,771 213,986 72,217
2001 220,317 53,418 220,282 73,742
2002 223,593 56,715 227,719 74,888
2003 231,882 61,084 233,871 76,305
2004 232,468 61,416 235,433 77,058
2005 231,687 61,638 235,616 77,454
2006 243,099 61,399 235,537 77,632
2007 238,289 62,191 237,106 68,955
2008 244,205 62,521 240,43 69,946
2009 246,044 63,307 245,833 69,942
2010 251,254 64,88 249,197 70,854
2011 255,771 64,575 251,045 71,164
2012 260,467 65,564 255,37 72,882
2013 260,669 65,284 258,77 73,708
2014 269,359 66,614 266,193 77,495
2015 276,161 67,698 277,749 81,292
2016 286,188 69,734 288,43 84,833
2017 299,461 73,019 298,932 98,946
2018 312,282 74,764 307,851 102,058
2019 326,677 77,561 324,816 109,924
2020 334,413 80,544 338,3 112,347
2021 83,926 115,063
2022 86,215 119,618
2023 126,261
2024 133,82

In erster Näherung ist die ausgeglichene Bilanz umso beeindruckender da die Beitragseinnahmen und damit die Einnahmen der Rentenversicherung verringert wurden. Dazu kommt dass die Rentenversicherung zusätzlich versicherungsfremde Leistungen übernimmt. Allerdings stützt der Bund mit dem Bundeszuschuss den Anteil der der versicherungsfremde Leistungen, der nicht von der Rentenversicherung gedeckt ist. Die Rentenversicherung ist damit unweigerlich ausgeglichen. [1] [5] [6]

[7]
[2] [2b] [3, UVGD] [7] [8] [8b]

1.2. Beitragssatz

Die Einnahmen aus Beiträgen sind die Haupteinnahmen der Rentenversicherung. Und Solange die Arbeitsproduktivität (technischer Fortschritt in der Produktion von Waren und Dienstleistungen) der Alterung der Gesellschaft überwiegt, geht eine umlagefinanzierte Rente weiterhin auf.

Tendenziell sinkt der Beitragssatz seit 1999. Und seit 2011 sinkt der Beitragssatz ausschließlich. Damit wurden die Einnahmen der Rentenversicherung mutwillig ausgebremst. Dies kommt einer Sabotage der Rentenversicherung gleich. [1]

Jahr Beitragssatz / % [1]
2000: 19,3
2001 - 2002: 19,1
2003 - 2006: 19,5
2007 - 2011: 19,9
2012: 19,6
2013 - 2014: 18,9
2015 - 2017: 18,7
2018 - 2026: 18,6

[1]

1.3. Bundeszuschuss

Die Ausgaben für reguläre Renten sind die Hauptausgaben der Rentenversicherung. Und tatsächlich nimmt die Rentenversicherung mehr aus den Beiträgen (Haupteinnahmen) ein als sie für reguläre Renten (Hauptausgaben) ausgiebt. Wenn der Bund die versicherungsfremden Leistungen vollständig übernehmen würde, dann wären die Einnahmen um 12 bis 16% (2017-20) größer als die Ausgaben und sofort höhere Renten möglich.

Zusätzlich zu Beitragseinnahmen erhält die Rentenversicherung einen Zuschuss aus dem Bundeshaushalt. Und zusätzlich zu Renten aus Rentenversicherungsbeiträgen übernimmt die Rentenversicherung auch sogenannte versicherungsfremde Leistungen. Dies umfasst z.B. Waisenrenten, Witwenrenten, Erwerbsunfähigkeitsrenten und Anrechnung von Kindererziehungszeiten. Hierbei handelt es sich um Ansprüche denen keine oder nur eine teilweise Einzahlung in die Rentenversicherung gegenüberstehen. Da es sich jedoch um gesamtgesellschaftliche Aufgaben handelt sind diese Leistungen legitim.
Allerdings zahlt die Rentenversicherung mehr für versicherungsfremde Leistungen als sie in Form des Bundeszuschuss erhält. Dies kommt einer Sabotage der Rentenversicherung gleich. [2] [2b] [7] [8] [8b]

[2] [2b] [8] [8b]
[2] [2b] [7] [8] [8b]

Die Höhe von Bundeszuschuss ist stabil. Zwar steigt der Bundeszuschuss langfristig an, dies ist aber eine Selbstverständlichkeit, da auch die gesamte Wirtschaftsleistung langfristig ansteigt. Als Anteil vom BIP ist der Bundeszuschuss konstant. [2] [2b] [3, UVGD] [7] [8] [8b]

Renten sind Einkommensteuerpflichtig. Dass heißt der Staat (Bund, Länder und Gemeinden) erhält also Steuereinnahmen wenn die deutsche Rentenversicherung (DRV) Renten auszahlt. Die Steuereinnahmen auf Renten sind sogar in der Größenordnung vom Bundeszuschuss zur Rentenversicherung. 2021 fielen 51,4 Milliarden Steuereinnahmen auf Renten an, dies waren 61,24% des Bundeszuschusses zur Rentenversicherung. Und 2022 fielen 54,8 Milliarden Steuereinnahmen auf Renten an, dies waren 63,56% des Bundeszuschusses zur Rentenversicherung. [9]

1.4. Fazit

Es ist wie die Rentenversicherungspräsidentin Gundula Roßbach sagt. Das umlagefinanzierte Rentensystem funktioniert auch in Anbetracht der einer alternden Gesellschaft und wenn versicherungsfremde Leistungen aus ihr gezahlt werden. [10]

Src:
[1] Beitragssätze zur Rentenversicherung 1955 - 2023 und bis 2030
https://www.sozialpolitik-aktuell.de/files/sozialpolitik-aktuell/_Politikfelder/Alter-Rente/Datensammlung/PDF-Dateien/abbVIII43a.pdf
[2] Bundeszuschüsse an die Rentenversicherung 2023-07-28
https://www.bundesamtsozialesicherung.de/de/themen/rentenversicherung/finanzierung/
https://www.bundesamtsozialesicherung.de/fileadmin/redaktion/Rentenversicherung/Finanzierung/Bundeszuschuesse2022.pdf
[3] AMECO database
https://economy-finance.ec.europa.eu/economic-research-and-databases/economic-databases/ameco-database_en
[5] Experten üben Kritik - Bericht: Bund plündert die Rentenversicherung 2024-05-26
https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_100413844/rente-bund-soll-laut-einem-bericht-die-rentenversicherung-pluendern.html
[6] Rente: Bundesrechnungshof kritisiert Intransparenz bei versicherungsfremden Leistungen 2023-12-14
https://www.versicherungsbote.de/id/4913047/Rente-Bundesrechnungshof-kritisiert-massive-Intransparenz-bei-versicherungsfremden-Leistungen/#post_chapter_all
[7] Einnahmen und Ausgaben der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) 2022-12-20
https://www.bpb.de/kurz-knapp/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61857/einnahmen-und-ausgaben-der-gesetzlichen-rentenversicherung-grv/
[8] Jährliche versicherungsfremde Leistungen seit 1957 – Teufel-Tabelle
https://www.adg-ev.de/.../1387-versicherungsfremde
https://www.adg-ev.de/publikationen/publikationen-altersvorsorge/1387-versicherungsfremde-leistungen-2015?start=2
[9] Geplante Rentenerhöhung - Steuerlast für Rentner steigt um vier Milliarden Euro 2025-01-04
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/renten-besteuerung-100.html
[10] Rentenversicherungspräsidentin Roßbach: „Die Rente ist verlässlich“ 2023-03-07
https://www.merkur.de/wirtschaft/rente-versicherung-deutschland-rossbach-interview-sicherheit-ausblick-92126352.html

2. Altersarmut

2.1. Rentenniveau

Wenn man die Rentenanpassungen mit der Inflationsrate vergleicht, dann sind zwei Dinge ersichtlich. In den alten Bundesländern decken sich Rentenanpassungen mit der Inflationsrate und die neuen Bundesländer konnten im Vergleich aufholen. Das heißt aber auch dass die reale Kaufkraft der gesetzlichen Renten nicht gestiegen ist. Der Zuwachs an Produktivität der Volkswirtschaft kann folglich nicht durch die gesetzliche Rente konsumiert werden. Einkommen müssen aber um die Inflationsrate plus die den Zuwachs an Produktivität der Volkswirtschaft (Goldene Lohnregel) steigen, da sonst mehr Wert produziert aber nicht konsumiert werden kann.

[3a] [3b] [4, ZCPIN]

Dies wird besonders deutlich, wenn man die Inflationsrate/Konsumentenpreisindex, die Anpassung der Renten und das BIP pro Kopf normiert. Die Rentenanpassung West folgt in etwa der Inflationsrate und die Rentenanpassung Ost ist etwas über der Inflationsrate. Beide Rentenanpassungen liegen aber unter dem BIP Wachstum pro Kopf.

[3a] [3b] [4, HVGDP] [4, ZCPIN]

Jahr Inflationsrate / % [4, ZCPIN] Rentenanpassung / % [3a]
West Ost
1995 1,45 0,5 2,48
1996 1,94 0,95 1,21
1997 0,91 1,65 5,55
1998 0,59 0,44 0,89
1999 1,44 1,34 2,79
2000 1,98 0,6 0,6
2001 1,42 1,91 2,11
2002 1,03 2,16 2,89
2003 1,67 1,04 1,19
2004 1,55 1 1
2005 1,58 1 1
2006 2,30 1 1
2007 2,63 0,54 0,54
2008 0,31 1,1 1,1
2009 1,10 2,41 3,38
2010 2,08 1 1
2011 2,01 0,99 0,99
2012 1,50 2,18 2,26
2013 0,91 0,25 3,29
2014 0,51 1,67 2,53
2015 0,49 2,1 2,5
2016 1,51 4,25 5,95
2017 1,73 1,9 3,59
2018 1,45 3,22 3,37
2019 0,14 3,18 3,91
2020 3,07 3,45 4,2
2021 6,87 1 0,72
2022 5,95 5,35 6,12
2023 2,26 4,39 5,86
2024 2,30 4,57 4,57
2025 2,21 3,74 3,74

2.2. Armutsgefährdung

Wie bereits hergeleitet werden mit den Beiträgen die Haupteinnahmen der Rentenversicherung übermäßig gekürzt. Dazu kommt dass die Rentenversicherung zusätzlich zu den reguläre Renten als Hauptausgaben noch zusätzlich versicherungsfremden Leistungen übernehmen.

Und die Sabotage der Rentenversicherung ist zum einen am Wachstum Armutsgefährdungsquote für Senioren ersichtlich. Im Jahr 2014 hat die die Armutsgefährdungsquote für Rentner sogar die Armutsgefährdungsquote der gesamten Bevölkerung überschritten. Und im Jahr 2020 hat die die Armutsgefährdungsquote für Senioren die Armutsgefährdungsquote der gesamten Bevölkerung überschritten.

[1] [2]

Src:
[1] Armut in Deutschland
https://de.statista.com/themen/120/armut-in-deutschland/#topicOverview
[2] Altersarmut - Alterseinkommen und Altersarmut 2024-04-30
https://www.bpb.de/themen/soziale-lage/rentenpolitik/288842/altersarmut/
[3a] Rentenanpassung 2025: Wieder deutliche Rentensteigerung 2025-03-06
https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Ueber-uns-und-Presse/Presse/Meldungen/2025/250306-rentenanpassung-2025.html
[3b] Rentenanpassungen der Bundesregierung für West- und Ostdeutschland in den Jahren von 1995 bis 2024
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/4806/umfrage/rentenanpassungen-der-bundesregierung-seit-1999/
[4] AMECO database
https://economy-finance.ec.europa.eu/economic-research-and-databases/economic-databases/ameco-database_en

3. Was eine Aktienrente bringen könnte und was nicht

In Deutschland wird regelmäßig Stimmung gegen das umlagefinanzierte Rentensystem gemacht. Und immer wieder wurde und wird eine Aktienrente in Spiel gebracht. Dies wird getan weil das umlagefinanzierte Rentensystem vermeintlich nicht mehr funktioniert.

In der Vergangenheit wurden mit Riester- sowie Rürup-Renten freiwillige Konzepte eingeführt. Außerdem wurde mit dem Rentenpaket II ein verpflichtendes Konzept beschlossen aber nicht mehr eingeführt. Bei genauerer Betrachtung sieht man allerdings dass das umlagefinanzierte Rentensystem weiterhin tadellos funktioniert.

3.1. Rentenpaket II

Als vermeintliche Maßnahme gegen den demografischen Wandel hat die Bundesregierung das sogenannte Rentenpaket II beschlossen. Hiermit sollte gesichert werden, dass das Rentenniveau bis 2039 nicht unter 48 % des Durchschnittslohns fällt. Eine Steigerung des Rentenniveaus ist nicht vorgesehen. Dazu würde eine Aktienrente vereinbart. [1] [2]

Ab Mitte der 2030 sollte durch die Erträge eines 200 Milliarden Euro Fonds die Rentenversicherung entlasten. Dieser Fonds bzw. Aktienrente sollte das Generationenkapital sein. Das Geld für diesen Fonds sollte zunächst aus Schulden finanziert werden. Später sollten direkte Beteiligungen von Bund hinzukommen. [1] [2] [3]

Das heißt aber dass die Zinsen die Rendite und damit der Entlastung verringern. Infolge Zinsen, Verwaltungskosten und Inflation muss der Fonds eine Rendite von 7,5% pro Jahr erreichen. Zum Vergleich der deutsche Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung (KENFO) erreichte in den Jahren 2020 bis einschließlich 2022 lediglich knapp 5% pro Jahr. Folglich wird Geld in den Aktienmarkt gebracht ohne dass eine Entlastung der Rentenversicherung erwartet werden kann. Dazu kommt dass ab einer bestimmten Gesamthöhe des Fonds der Bund auch wieder Geld entnehmen kann um z.B. Haushaltslöcher zu stopfen. [1] [2] [3] [4] [5] [6] [7]

3.2. Mackenroth Theorem

Grundsätzlich kann eine Rente nur durch die jeweils arbeitende Bevölkerung erwirtschaftet werden. Ob diese nun durch Steuern oder Rendite auf Aktien erhoben wird ist zweitrangig. In der Volkswirtschaftslehre wird dies auch als Mackenroth Theorem bezeichnet.

Dazu kommt dass kapitalgedeckte Systeme viel anfälliger für Krisen sind. Solange irgendjemand arbeitet können Einkommen durch beiträge als Renten ausgezahlt werden. Ein kapitalgedecktes System dagegen basiert darauf dass Gewinne in Form von Beteiligungen ausgezahlt werden können. Solange irgendjemand arbeitet können Einkommen umverteilt werden, Renditen können dagegen nur ausgezahlt werden, wenn Gewinne erzielt werden.

3.3. Folgen

Jegliche kapitalgedeckte Versorgungssysteme führen zu einem systematischen Nachfrageausfall. Kapitalgedeckte Versorgungssysteme bringen mit sich dass bestehende Einkommen nicht ausgegeben sondern angespart werden und führen zu einem Nachfrageausfall in der darauf folgenden Periode. In einem System in dem sich sonst nichts ändert führt jede Ersparnis zu einem schrumpfen.

Tatsächlich bietet die Regierung dem Aktienmarkt zusätzlich Kapitel. Der Aktienmarkt hat also ein williges und kaufkräftiges Opfer dem schlechte Aktien verkauft werden können. Und um die Rendite zu erreichen hat die Regierung den Anreiz geschaffen Kapitalerträge immer niedriger zu besteuern.

Eine Auslagerung der Last für die Rente auf das Ausland ist naheliegend aber trotzdem unzweckmäßig. Zwar könnte Kapital transferiert werden, damit würde aber unausgeglichene Außenhandelsbilanzen forciert werden beziehungsweise brauchen. Und man würde mobile Güter also Waren und tendenziell solche aus der industriellen Produktion zusätlich handeln.
Das Land das zunächst Ansprüche durch Kapitaldeckung generiert würde Importüberschussen/Exportdefiziten forcieren. Demgegenüber müssen aber Länder mit Exportüberschussen/Importdefiziten sein. Schließlich ist die Außenhandelsbilanz der gesamten Welt beziehungsweise aller Länder immer null.
Unausgeglichene Außenhandelsbilanzen müssten zu einer Aufwertung oder Abwertung der jeweiligen Währung führen. Dann würden Ansprüche durch Kapitaldeckung allerdings wieder verschwinden. Unausgeglichene Außenhandelsbilanzen würden allerdings dazu führen dass Länder mit Exportüberschussen/Importdefiziten laufend mehr produzieren als sie konsumieren beziehungsweise auf einen Teil ihrer Produktion verzichten.

Src:
[1] Rentenpaket II 2024-09-27
https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Ueber-uns-und-Presse/Presse/Meldungen/2024/240927-rentenpaket-2-erste-beratung-bundestag.html
[2] Nach monatelanger Debatte - Kabinett beschließt Rentenpaket 2024-05-29
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/rentenpaket-114.html
[3] Generationenkapital - So funktioniert die kapital-gedeckte Säule der Rente 2024-03-06
https://www.finanztip.de/aktienrente/#c104673
[4] KENFO fährt im Jahr 2020 Rendite von 8,3 Prozent ein 2021-07-01
https://www.dpn-online.com/news/institutionelle-investoren/kenfo-faehrt-im-jahr-2020-rendite-von-83-prozent-ein-125925/
[5] JAHRESBILANZ 2022 - Kenfo verliert mehr als 3 Milliarden Euro 2023-06-30
https://www.private-banking-magazin.de/portfolio-aktien-kenfo-verliert-mehr-als-3-milliarden-euro/
[6] Benchmark geschlagen - Manager des Kenfo erwirtschaften Rekordrendite 2024-07-03
https://www.private-banking-magazin.de/benchmark-geschlagen-kenfo-erwirtschaftet-rekordrendite/
[7] Zielrendite übertroffen - Manager des Kenfo erzielen mehr als 9 Prozent Rendite 2025-07-11
https://www.private-banking-magazin.de/kenfo-rendite-94-prozent-aktien-portfolio-jahresbericht/

4. Vergleich mit Österreich

Österreich und Deutschland haben beide ein auf Umlage basiertes Rentensysteme. Was den demographischen Wandel angeht, so sind die Bevölkerungspyramiden beider Länder nahezu identisch. Das ist kein Zufall, da beide Länder eine ähnliche Geschichte haben. Dazu kommt dass das pro Kopf BIP beider Länder (2025) mit 53.431,62 Euro (Deutschland) und 55.771,32 Euro (Österreich) kum näher sein könnte. Die Rentenniveaus beider Länder könnten dagegen kaum anders sein.

[1] [2]
[1] [2]
[3, HVGDP]

4.1. Deutschland

In Deutschland liegt der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung bei 18,6%, Arbeitnehmer und Arbeitgeber übernehmen jeweils 9,3%. Das Regelrenteneintrittsalter bei Altersrenten liegt bei durchschnittlich 64,3 Jahren und bei zusätzlichen Vorsorgen bei durchschnittlich 62,3 Jahren. Und auf 100 Einzahler kommen 35 Rentner. In Deutschland liegt das Niveau für Altersrenten bei durchschnittlich 1.054 Euro und für Erwerbsminderungsrenten bei durchschnittlich 898 Euro. [4,S.15] [4,S.16] [5,S.217] [5,S.266] [6,S.5] [6,S.10]

In Deutschland gibt es noch das private Rentensystem der Rürup- und Riester-Renten. Wenn die Rente jedoch unter der Grundsicherung liegt, dann wird die Riester-Rente allerdings angerechnet. Allerdings haben sich diese Renten in Deutschland als unrentabel herausgestellt, da dessen Rendite kaum über der Inflation liegt. Der Grund hierfür ist dass die erwartete Lebenserwartung deutlich über der tatsächlichen liegt. In der Untersuchung lag die Rentenzeit nach dem Renteneintritt mit 67 bei 50 Jahren. Ein Mensch müsste also 117 Jahre alt werden. [7] [8]

4.2. Österreich

In Österreich liegt der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung bei 22,8%, Arbeitnehmer übernehmen 10,25 und Arbeitgeber übernehmen 12,55%. Das Regelrenteneintrittsalter bei Altersrenten liegt bei durchschnittlich 61,7 Jahren und bei zusätzlichen Vorsorgen bei durchschnittlich 60,3 Jahren. Auf 100 Einzahler kommen dann 30 Rentner. In Österreich liegt das Niveau für Altersrenten bei durchschnittlich 1.794 Euro und für Erwerbsminderungsrenten bei durchschnittlich 1.321 Euro. [4,S.15] [4,S.16] [5,S.217] [5,S.266] [6,S.5] [6,S.10]

4.3. Fazit

In 2024 hat auch die deutsche Rentenversicherung (DRV) eine Auswertung dazu gemacht warum das Rentenniveau in Österreich höher ist als in Deutschland. Die Demographie von Österreich wird als besser beurteilt, dies kann aber nicht einfach geändert werden. Es wurde aber auch festgestellt dass der höhere Beitragssatz, der höhere Bundeszuschuss und mehr Pflichtversicherte hilfreich sind. Und eben diese drei Faktoren könnte Deutschland ändern. [9]

[9]

  1. höherer Beitragssatz
  2. mehr Bundesmittel
  3. mehr Pflichtversicherte
  4. jüngere Bevölkerung
  5. andere Faktoren

Bereits heute liegt das deutsche Rentenniveau in der Auflistung der OECD weit hinten, während Österreich einen der vorderen Plätze einnimmt. Im direkten Vergleich gehen Österreicher früher in Rente und bekommen mehr als Deutsche. Es stellt sich also die Frage warum Deutschland als die angeblich reichste Volkswirtschaft Europas ein deutlich niedrigeres Rentenniveau als das kleine Österreich hat. Ein wesentlicher Teil der Antwort ist die Kürzung des Beitragssatz der gesetzlichen Rentenversicherung im Rahmen der Agenda 2010 zur Lohnzurückhaltung.

Der demographische Wandel als Begründung für das geringe Niveau der Renten in Deutschland fällt damit auch völlig aus. Dies lässt sich auch durch einfache Vergleiche erklären. Solange die Arbeitsproduktivität (technischer Fortschritt in der Produktion von Waren und Dienstleistungen) der Alterung der Gesellschaft überwiegt, geht eine umlagefinanzierte Rente weiterhin auf.

Src:
[1] Population Pyramid - Germany
https://www.populationpyramid.net/germany/2024/
[2] Population Pyramid - Austria
https://www.populationpyramid.net/austria/2024/
[3] AMECO database
https://economy-finance.ec.europa.eu/economic-research-and-databases/economic-databases/ameco-database_en
[4] ALTERSSICHERUNG IN DEUTSCHLAND UND ÖSTERREICH: VOM NACHBARN LERNEN?
http://www.boeckler.de/pdf/p_wsi_report_27_2016.pdf
[5] Pensions at a Glance 2015 OECD anD G20 indicators
http://www.oecd.org/berlin/publikationen/pensions-at-a-glance-2015.htm
[6] RENTEN IN DEUTSCHLAND UND ÖSTERREICH - Fragen und Antworte - 2021-12
https://www.wsi.de/fpdf/HBS-008211/p_wsi_pb_64_2021.pdf
[7] Riester- und Rürup-Renten werfen nur mickrige Renditen ab - 2024-01-24
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/riester-ruerup-altersvorsorge-1.6338057
[8] Riester- und Rürup-Renten: Zwei Prozent sollten es schon sein - 2024-01-24
https://www.finanzwende-recherche.de/unsere-themen/riester/kundennutzen-bei-riester-und-ruerup-renten/
[9] „Vorbild“ Österreich? Was macht unser Nachbarland anders bei der Rente? 02/2024
https://rentenupdate.drv-bund.de/DE/1_Archiv/Archiv/2024/03_Oesterreich.html