[Dossier] Germany - Pension-System
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Rente
Deutschland hat ein auf Umlage basiertes Rentensysteme. Hierbei finanziert jeweils der Teil der Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter die Renten für dessen Empfänger. Und nach Eintritt in die Rente werden die ehemals arbeitenden Altersgruppen von der nachfolgenden Generation versorgt.
Durch Einzahlung in die gesetzliche Rente wird folglich ein Anspruch auf Rentenzahlung erworben. Für Arbeitnehmer ist diese Rente verpflichtend. Selbstständige, Freiberufler und nicht erwerbstätige können freiwillig Beiträge entrichten.
- Bilanz des Systems
- Altersarmut
- Was eine Aktienrente bringen könnte und was nicht
- Vergleich mit Österreich
In Deutschland wird regelmäßig Stimmung gegen das umlagefinanzierte Rentensystem gemacht. Nun wurde eine Aktienrente also eine kapitalgedeckte Rente eingeführt. Dies wurde beschlossen weil das umlagefinanzierte Rentensystem vermeintlich nicht mehr funktioniert. Bei genauerer Betrachtung sieht man allerdings dass das umlagefinanzierte Rentensystem weiterhin funktioniert.
1.1. Jahresbilanz
Insgesamt ist die Jahresbilanz der Rentenversicherung ausgeglichen. Dies macht auch trotz einer alternden Gesellschaft Sinn. Die Erklärung hierfür ist das die Arbeitsproduktivität die Alterung der Gesellschaft übersteigt. Der arbeitende Teil der Gesellschaft erwirtschaftet also auch dann einen größeren wirtschaftlichen Wert, wenn ihr Bevölkerungsanteil sinkt. [7]
Jahr | Einnahmen / Mrd. Euro | Ausgaben / Mrd. Euro | Bilanz / Mrd. Euro |
---|---|---|---|
2000 | 215.6 | 214.0 | 1.6 |
2001 | 220.3 | 220.3 | 0.0 |
2002 | 223.6 | 227.7 | -4.1 |
2003 | 231.9 | 233.9 | -2.0 |
2004 | 232.5 | 235.4 | -2.9 |
2005 | 231.7 | 235.6 | -3.9 |
2006 | 243.1 | 235.5 | 7.6 |
2007 | 238.3 | 237.1 | 1.2 |
2008 | 244.2 | 240.4 | 3.8 |
2009 | 246.0 | 245.8 | 0.2 |
2010 | 251.3 | 249.2 | 2.1 |
2011 | 255.8 | 251.0 | 4.8 |
2012 | 260.5 | 255.4 | 5.1 |
2013 | 260.7 | 258.8 | 1.9 |
2014 | 269.4 | 266.2 | 3.2 |
2015 | 276.2 | 277.8 | -1.6 |
2016 | 286.2 | 288.4 | -2.2 |
2017 | 299.5 | 298.9 | 0.6 |
2018 | 312.3 | 307.9 | 5.4 |
2019 | 326.7 | 324.8 | 1.9 |
2020 | 334.4 | 338.3 | -3.9 |
In erster Näherung ist die ausgeglichene Bilanz umso beeindruckender da die Beitragseinnahmen und damit die Einnahmen der Rentenversicherung verringert wurden. Dazu kommt dass die Rentenversicherung zusätzlich versicherungsfremde Leistungen übernimmt. Allerdings stützt der Bund mit dem Bundeszuschuss den Anteil der der versicherungsfremde Leistungen, der nicht von der Rentenversicherung gedeckt ist. Die Rentenversicherung ist damit unweigerlich ausgeglichen. [1] [5] [6]
[7]1.2. Beitragssatz wurde wiederholt verringert
Die Einnahmen aus Beiträgen sind die Haupteinnahmen der Rentenversicherung. Und Solange die Arbeitsproduktivität (technischer Fortschritt in der Produktion von Waren und Dienstleistungen) der Alterung der Gesellschaft überwiegt, geht eine umlagefinanzierte Rente weiterhin auf.
Tendenziell sinkt der Beitragssatz seit 1999. Und seit 2011 sinkt der Beitragssatz ausschließlich. Damit wurden die Einnahmen der Rentenversicherung mutwillig ausgebremst. Dies kommt einer Sabotage der Rentenversicherung gleich. [1]
Jahr | Beitragssatz / % |
---|---|
2000: | 19,3 |
2001 - 2002: | 19,1 |
2003 - 2006: | 19,5 |
2007 - 2011: | 19,9 |
2012: | 19,6 |
2013 - 2014: | 18,9 |
2015 - 2017: | 18,7 |
2018: | 18,6 |
1.3. Bundeszuschuss
Die Ausgaben für reguläre Renten sind die Hauptausgaben der Rentenversicherung. Und tatsächlich nimmt die Rentenversicherung mehr aus den Beiträgen (Haupteinnahmen) ein als sie für reguläre Renten (Hauptausgaben) ausgiebt. Wenn der Bund die versicherungsfremden Leistungen vollständig übernehmen würde, dann wären die Einnahmen 16% (2020) größer als die Ausgaben und sofort höhere Renten möglich.
Zusätzlich zu Beitragseinnahmen erhält die Rentenversicherung einen Zuschuss aus dem Bundeshaushalt. Und zusätzlich zu Renten aus Rentenversicherungsbeiträgen übernimmt die Rentenversicherung auch sogenannte versicherungsfremde Leistungen. Dies umfasst z.B. Waisenrenten, Witwenrenten, Erwerbsunfähigkeitsrenten und Anrechnung von Kindererziehungszeiten. Hierbei handelt es sich um Ansprüche denen keine oder nur eine teilweise Einzahlung in die Rentenversicherung gegenüberstehen. Da es sich jedoch um gesamtgesellschaftliche Aufgaben handelt sind diese Leistungen legitim. Allerdings zahlt die Rentenversicherung mehr für versicherungsfremde Leistungen als sie in Form des Bundeszuschuss erhält. Dies kommt einer Sabotage der Rentenversicherung gleich.
Jahr | Zuschuss / Mrd. Euro | Ges. versicherungsfremde Leistungen / Mrd. Euro |
---|---|---|
2000 | 49,771 | 72,217 |
2001 | 53,418 | 73,742 |
2002 | 56,715 | 74,888 |
2003 | 61,084 | 76,305 |
2004 | 61,416 | 77,058 |
2005 | 61,638 | 77,454 |
2006 | 61,399 | 77,632 |
2007 | 62,191 | 68,955 |
2008 | 62,521 | 69,946 |
2009 | 63,307 | 69,942 |
2010 | 64,880 | 70,854 |
2011 | 64,575 | 71,164 |
2012 | 65,564 | 72,882 |
2013 | 65,284 | 73,708 |
2014 | 66,614 | 77,495 |
2015 | 67,698 | 81,292 |
2016 | 69,734 | 84,833 |
2017 | 73,019 | 98,946 |
2018 | 74,764 | 102,058 |
2019 | 77,561 | 109,924 |
2020 | 80,544 | 112,347 |
2021 | 83,926 | 115,063 |
2022 | 86,215 | 119,618 |
Die Höhe von Bundeszuschuss ist stabil. Zwar steigt der Bundeszuschuss langfristig an, dies ist aber eine Selbstverständlichkeit, da auch die gesamte Wirtschaftsleistung langfristig ansteigt. Als Anteil vom BIP ist der Bundeszuschuss konstant. Und als Anteil vom Bundeshaushalt sinkt der Bundeszuschuss sogar. Dieser Anteil von Bundeszuschuss am Bundeshaushalt ist jedoch mit Vorsicht zu betrachten, da der Bundeshaushalt auch völlig anderen Regeln und Zielen unterliegt. [2] [3] [4]
[2b] [3] [4]1.4. Fazit
Es ist wie die Rentenversicherungspräsidentin Gundula Roßbach sagt. Das umlagefinanzierte Rentensystem funktioniert auch in Anbetracht der einer alternden Gesellschaft und wenn versicherungsfremde Leistungen aus ihr gezahlt werden. [9]
Src:[1] Beitragssätze zur Rentenversicherung 1955 - 2023 und bis 2030
https://www.sozialpolitik-aktuell.de/files/sozialpolitik-aktuell/_Politikfelder/Alter-Rente/Datensammlung/PDF-Dateien/abbVIII43a.pdf
[2] Bundeszuschüsse an die Rentenversicherung 2023-07-28
https://www.bundesamtsozialesicherung.de/de/themen/rentenversicherung/finanzierung/
https://www.bundesamtsozialesicherung.de/fileadmin/redaktion/Rentenversicherung/Finanzierung/Bundeszuschuesse2022.pdf
[3] Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland von 1950 bis 2023 2024-05-24
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/4878/umfrage/bruttoinlandsprodukt-von-deutschland-seit-dem-jahr-1950/
[4] Ausgaben des Bundes (nur Kernhaushalt) in Deutschland von 1969 bis 2023 2024-02-29
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/157795/umfrage/entwicklung-der-ausgaben-des-bundes-seit-1969/
[5] Experten üben Kritik - Bericht: Bund plündert die Rentenversicherung 2024-05-26
https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_100413844/rente-bund-soll-laut-einem-bericht-die-rentenversicherung-pluendern.html
[6] Rente: Bundesrechnungshof kritisiert Intransparenz bei versicherungsfremden Leistungen 2023-12-14
https://www.versicherungsbote.de/id/4913047/Rente-Bundesrechnungshof-kritisiert-massive-Intransparenz-bei-versicherungsfremden-Leistungen/#post_chapter_all
[6] Einnahmen und Ausgaben der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) 2022-12-20
https://www.bpb.de/kurz-knapp/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61857/einnahmen-und-ausgaben-der-gesetzlichen-rentenversicherung-grv/
[8] Jährliche versicherungsfremde Leistungen seit 1957 – Teufel-Tabelle
https://www.adg-ev.de/.../1387-versicherungsfremde
[9] Rentenversicherungspräsidentin Roßbach: „Die Rente ist verlässlich“ 2023-03-07
https://www.merkur.de/wirtschaft/rente-versicherung-deutschland-rossbach-interview-sicherheit-ausblick-92126352.html
2. Altersarmut
Wie bereits hergeleitet werden mit den Beiträgen die Haupteinnahmen der Rentenversicherung übermäßig gekürzt. Dazu kommt dass die Rentenversicherung zusätzlich zu den reguläre Renten als Hauptausgaben noch zusätzlich versicherungsfremden Leistungen übernehmen.
Und die Sabotage der Rentenversicherung ist zum einen am Wachstum Armutsgefährdungsquote für Senioren ersichtlich. Im Jahr 2014 hat die die Armutsgefährdungsquote für Rentner sogar die Armutsgefährdungsquote der gesamten Bevölkerung überschritten. Und im Jahr 2020 hat die die Armutsgefährdungsquote für Senioren die Armutsgefährdungsquote der gesamten Bevölkerung überschritten.
[1] [2] Src:[1] Armut in Deutschland
https://de.statista.com/themen/120/armut-in-deutschland/#topicOverview
[2] Altersarmut - Alterseinkommen und Altersarmut 2024-04-30
https://www.bpb.de/themen/soziale-lage/rentenpolitik/288842/altersarmut/
3. Was eine Aktienrente bringen könnte und was nicht
In Deutschland wird regelmäßig Stimmung gegen das umlagefinanzierte Rentensystem gemacht. Nun wurde eine Aktienrente also eine kapitalgedeckte Rente eingeführt. Dies wurde beschlossen weil das umlagefinanzierte Rentensystem vermeintlich nicht mehr funktioniert. Bei genauerer Betrachtung sieht man allerdings dass das umlagefinanzierte Rentensystem weiterhin tadellos funktioniert.
3.1. Rentenpaket II
Als vermeintliche Maßnahme gegen den demografischen Wandel hat die Bundesregierung das sogenannte Rentenpaket II beschlossen. Hiermit soll gesichert werden, dass das Rentenniveau bis 2039 nicht unter 48 % des Durchschnittslohns fällt. Eine Steigerung des Rentenniveaus ist nicht vorgesehen. Dazu würde eine Aktienrente vereinbart. [1] [2]
Ab Mitte der 2030 soll durch die Erträge eines 200 Milliarden Euro Fonds die Rentenversicherung entlasten. Dieser Fonds bzw. Aktienrente soll das Generationenkapital sein. Das Geld für diesen Fonds soll zunächst aus Schulden finanziert werden. Später sollen direkte Beteiligungen von Bund hinzukommen. [1] [2] [3]
Das heißt aber dass die Zinsen die Rendite und damit der Entlastung verringern. Infolge Zinsen, Verwaltungskosten und Inflation muss der Fonds eine Rendite von 7,5 % pro Jahr erreichen. Zum Vergleich der deutsche Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung (KENFO) erreichte in den Jahren 2020 bis einschließlich 2022 lediglich knapp 5 % pro Jahr. Folglich wird Geld in den Aktienmarkt gebracht ohne dass eine Entlastung der Rentenversicherung erwartet werden kann. Dazu kommt dass ab einer bestimmten Gesamthöhe des Fonds der Bund auch wieder Geld entnehmen kann um z.B. Haushaltslöcher zu stopfen. [1] [2] [3] [4] [5]
3.2. Mackenroth Theorem
Grundsätzlich kann eine Rente nur durch die jeweils arbeitende Bevölkerung erwirtschaftet werden. Ob diese nun durch Steuern oder Rendite auf Aktien erhoben wird ist aber zweitrangig. In der Volkswirtschaftslehre wird dies auch als Mackenroth Theorem bezeichnet.
3.3. Folgen
Eine Auslagerung der Last für die Rente auf das Ausland ist naheliegend aber trotzdem unzweckmäßig. Zwar könnten Kapitalimporte geschaffen werden, damit würde aber eine unausgeglichene Außenhandelsbilanz forciert. Dann müssten andere Staaten auf Kosten Deutschlands mehr Schulden machen um die Kapitalimporte zu finanzieren.
Tatsächlich bietet die Regierung dem Aktienmarkt zusätzlich Kapitel. Der Aktienmarkt hat also ein williges und kaufkräftiges Opfer dem schlechte Aktien verkauft werden können.
Und um die Rendite zu erreichen hat die Regierung den Anreiz geschaffen Kapitalerträge immer niedriger zu besteuern.
Src:[1] Rentenpaket II 2024-09-27
https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Ueber-uns-und-Presse/Presse/Meldungen/2024/240927-rentenpaket-2-erste-beratung-bundestag.html
[2] Nach monatelanger Debatte - Kabinett beschließt Rentenpaket 2024-05-29
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/rentenpaket-114.html
[3] Generationenkapital - So funktioniert die kapital-gedeckte Säule der Rente 2024-03-06
https://www.finanztip.de/aktienrente/#c104673
[4] KENFO fährt im Jahr 2020 Rendite von 8,3 Prozent ein 2021-07-01
https://www.dpn-online.com/news/institutionelle-investoren/kenfo-faehrt-im-jahr-2020-rendite-von-83-prozent-ein-125925/
[5] JAHRESBILANZ 2022 - Kenfo verliert mehr als 3 Milliarden Euro 2023-06-30
https://www.private-banking-magazin.de/portfolio-aktien-kenfo-verliert-mehr-als-3-milliarden-euro/
4. Vergleich mit Österreich
Österreich und Deutschland haben beide ein auf Umlage basiertes Rentensysteme. Was den demographischen Wandel angeht, so sind die Bevölkerungspyramiden beider Länder nahezu identisch. Das ist kein Zufall, da beide Länder eine ähnliche Geschichte haben. Dazu kommt dass das pro Kopf BIP beider Länder (2024) mit 56.717 US-Dollar (Deutschland) und 58.669 US-Dollar (Österreich) kum näher sein könnte. Die Rentenniveaus beider Länder könnten dagegen kaum anders sein.
[1] [2] [3]4.1. Deutschland
In Deutschland liegt der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung bei 18,6%, Arbeitnehmer und Arbeitgeber übernehmen jeweils 9,45%. Das Regelrenteneintrittsalter bei Altersrenten liegt bei durchschnittlich 64,3 Jahren und bei zusätzlichen Vorsorgen bei durchschnittlich 62,3 Jahren. Und auf 100 Einzahler kommen 35 Rentner. Damit liegt der Anteil der Einnahmen der Rentenversicherung am Bundeshaushalt bei 23,6%. In Deutschland liegt das Niveau für Altersrenten bei durchschnittlich 1.054 Euro und für Erwerbsminderungsrenten bei durchschnittlich 898 Euro. [4,S.15] [4,S.16] [5,S.217] [5,S.266] [6,S.5] [6,S.10]
In Deutschland gibt es noch das private Rentensystem der Rürup- und Riester-Renten. Wenn die Rente jedoch unter der Grundsicherung liegt, dann wird die Riester-Rente allerdings angerechnet. Allerdings haben sich diese Renten in Deutschland als unrentabel herausgestellt, da dessen Rendite kaum über der Inflation liegt. Der Grund hierfür ist dass die erwartete Lebenserwartung deutlich über der tatsächlichen liegt. In der Untersuchung lag die Rentenzeit nach dem Renteneintritt mit 67 bei 50 Jahren. Ein Mensch müsste also 117 Jahre alt werden. [7] [8]
4.2. Österreich
In Österreich liegt der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung bei 22,8%, Arbeitnehmer übernehmen 10,25 und Arbeitgeber übernehmen 12,55%. Das Regelrenteneintrittsalter bei Altersrenten liegt bei durchschnittlich 61,7 Jahren und bei zusätzlichen Vorsorgen bei durchschnittlich 60,3 Jahren. Auf 100 Einzahler kommen dann 30 Rentner. Damit liegt der Anteil der Einnahmen der Rentenversicherung am Bundeshaushalt bei 22,7%. In Österreich liegt das Niveau für Altersrenten bei durchschnittlich 1.794 Euro und für Erwerbsminderungsrenten bei durchschnittlich 1.321 Euro. [4,S.15] [4,S.16] [5,S.217] [5,S.266] [6,S.5] [6,S.10]
4.3. Fazit
Bereits heute liegt das deutsche Rentenniveau in der Auflistung der OECD weit hinten, während Österreich einen der vorderen Plätze einnimmt. Im direkten Vergleich gehen Österreicher früher in Rente und bekommen mehr als Deutsche. Es stellt sich also die Frage warum Deutschland als die angeblich reichste Volkswirtschaft Europas ein deutlich niedrigeres Rentenniveau als das kleine Österreich hat. Ein wesentlicher Teil der Antwort ist die Kürzung des Beitragssatz der gesetzlichen Rentenversicherung im Rahmen der Agenda 2010 zur Lohnzurückhaltung.
Der demographische Wandel als Begründung für das geringe Niveau der Renten in Deutschland fällt damit auch völlig aus. Dies lässt sich auch durch einfache Vergleiche erklären. Solange die Arbeitsproduktivität (technischer Fortschritt in der Produktion von Waren und Dienstleistungen) der Alterung der Gesellschaft überwiegt, geht eine umlagefinanzierte Rente weiterhin auf.
Src:[1] demographics Germany/Demographie Deutschland
https://de.wikipedia.org/wiki/Deutschland#Bevölkerung
[2] demographics Austria/Demographie Österreich
https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreich#Bevölkerungsbewegung
[3] World Economic Outlook database: October 2024
https://www.imf.org/en/Publications/WEO/weo-database/2024/October/weo-report
[4] ALTERSSICHERUNG IN DEUTSCHLAND UND ÖSTERREICH: VOM NACHBARN LERNEN?
http://www.boeckler.de/pdf/p_wsi_report_27_2016.pdf
[5] Pensions at a Glance 2015 OECD anD G20 indicators
http://www.oecd.org/berlin/publikationen/pensions-at-a-glance-2015.htm
[6] RENTEN IN DEUTSCHLAND UND ÖSTERREICH - Fragen und Antworte - 2021-12
https://www.wsi.de/fpdf/HBS-008211/p_wsi_pb_64_2021.pdf
[7] Riester- und Rürup-Renten werfen nur mickrige Renditen ab - 2024-01-24
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/riester-ruerup-altersvorsorge-1.6338057
[8] Riester- und Rürup-Renten: Zwei Prozent sollten es schon sein - 2024-01-24
https://www.finanzwende-recherche.de/unsere-themen/riester/kundennutzen-bei-riester-und-ruerup-renten/
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